Konrad Rufus Müller Interview - Kanzler und Fotografie

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07.03.2013

Konrad Rufus Müller

Über Kanzler und Schattenwelten

Die Schattenwelten Ausstellung von Konrad Rufus Müller neigt sich dem Ende zu, nur noch bis zum 16.03.213 können Müllers Arbeiten in der Galerie Pinter & Milch in Berlin angesehen werden.

Müller wuchs schon früh in die Rolle des Prominentenfotografen hinein. Sein erstes Model war kein Geringerer als der Papst Johannes XXIII, den er auf einer Privataudienz ablichten durfte.

Bekannt wurde er vor allem durch seine Kanzlerportraits. Jeder Kanzler der Bundesrepublik ließ sich von Konrad Rufus Müller fotografieren. Dabei möchte er nicht auf die Rolle des "Kanzlerfotografen" reduziert werden, was auch vor allem in seiner aktuellen Ausstellung mehr als deutlich wird.


Mehr über Müller aus Wikipedia:

Nach wechselvollen Schuljahren und dem Besuch einiger Privatschulen bestand Müller im Oktober 1962 die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und studierte dort freie Malerei bei Professor Hans Jaenisch. Das Studium brach er jedoch bereits nach vier Monaten ab. Als Autodidakt begann er daraufhin seine Arbeit als Fotograf. Im September 1965 reiste er von Berlin nach Bonn, wo er Konrad Adenauer – zwei Jahre nach dessen Kanzlerschaft – zum ersten Mal auf dem Bonner Münsterplatz fotografierte. Müller verehrte den ersten Kanzler der jungen Bundesrepublik sehr; er hatte Adenauer bereits mehrfach nach Pressefotos gezeichnet. Eine Begegnung mit prominenten Politikern war zu jener Zeit in Bonn relativ unkompliziert möglich. Adenauer reiste täglich mit dem Dienstwagen von seinem Privathaus in Rhöndorf in die Bundeshauptstadt. Vor der Abfahrt nach Bonn hatte Müller mehrmals die Gelegenheit, Adenauer nur in Begleitung seines Chauffeurs anzusprechen und zu fotografieren.

Rainer Barzel machte Konrad R. Müller im März 1966 während des Bundesparteitages der CDU in Bonn mit dem Alt-Kanzler bekannt. Bis zum Tode Adenauers begegnet er ihm noch einige Male – unter anderem in Cadenabbia, seinem Urlaubsort am Comer See – und machte weitere berühmt gewordene Aufnahmen.

In den 1960er und 1970er Jahren intensivierte Müller seine Reisen an der Seite von bundesdeutschen Spitzenpolitikern. Er begleitete die Kanzler Erhard und Kiesinger; danach auch Willy Brandt auf Wahlkampfreisen im Sonderzug sowie während privater Aufenthalte im norwegischen Haus seiner Frau Rut. 1978 und 1993 veröffentlichte Konrad R. Müller Fotobücher über Willy Brandt.

Eine erste große Fotoausstellung hatte Müller in 1972 mit Porträts der Kanzler Adenauer, Erhard, Kiesinger und Brandt. Es folgen zahlreiche weitere Einzelausstellungen im In- und Ausland. Seine fotografischen Arbeiten sicherten ihm jedoch noch nicht seinen Lebensunterhalt; so machte er in Berlin Stadtrundfahrten, hielt Vorträge für Gäste des Gesamtdeutschen Instituts und betreute Jugendliche auf Reisen mit dem deutsch-französischen Jugendwerk.

Weitere Fotobücher entstanden unter anderem über die Staatspräsidenten Anwar el Sadat und François Mitterrand. Die publizistische Wahrnehmung Konrad R. Müllers Arbeit als Fotograf konzentrierte sich zunehmend auf seine Rolle als „Kanzlerfotograf“; ein Begriff, den er selbst nicht sonderlich mag.

Nach Phasen der künstlerischen Beschäftigung mit Helmut Schmidt wurde Helmut Kohl ebenso über Jahre von ihm begleitet und fotografisch porträtiert. Zwei Fotobücher mit Kohls Aufnahmen wurden veröffentlicht.

Im Mai 2009 entstand ein Porträt der aktuellen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Müller fotografierte somit alle Kanzler der Republik. Seine Kanzler-Galerie hängt im Deutschen Historischen Museum zu Berlin, im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, im Bundeskanzleramt und im Außenministerium.

Neben einer großen Zahl von Politikerfotos hat Müller über Jahrzehnte Aufnahmen von Autoren, Musikern, Schauspielern, Bergsteigern, Einsiedlern und anderen gemacht. Landschaftsaufnahmen und Reportagen für die Magazine der Süddeutschen Zeitung und der Zeit, für STERN, Profil, L’Express, und Time Magazine zeigen weitere Facetten seines Schaffens. Eine gänzlich andere thematische Arbeit Müllers zeigt Abbildungen fehlgebildeter Föten aus der Charité.

Konrad Rufus Müller ist verheiratet. Er lebt und arbeitet im rheinischen Königswinter. Seine Fotos fertigt und entwickelt er zeitlebens ohne Assistenten oder weitere Unterstützung von Angestellten. Sein Vermächtnis umfasst über 2800 Bilder, die sich noch in seinem Besitz befinden.