Capa und der Falling Soldier: echt oder gestellt?
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Ikonische Bilder 10
Michael Ebert über Capas Falling Soldier
Kaum ein Kriegsfoto ist so berühmt und zugleich so umstritten wie Robert Capas „Falling Soldier“. Die Aufnahme eines republikanischen Milizionärs, der im Spanischen Bürgerkrieg rücklings zu Boden stürzt, machte den jungen Fotografen über Nacht bekannt. Doch was zeigt das Bild wirklich? Im zehnten Teil der Reihe „Ikonische Bilder“ geht Michael Ebert dieser Frage auf den Grund.
Die Geschichte beginnt allerdings nicht an der Front, sondern in einem Pariser Künstlercafé. Dort begegnen sich zwei junge Exilanten aus Ungarn und Stuttgart, die sich bald Robert Capa und Gerda Taro nennen. Gemeinsam ziehen sie nach Spanien, um den Krieg zu fotografieren. Michael Ebert zeigt anschaulich, wie unterschiedlich die beiden dabei arbeiten: hier die kleine Leica, dort eine ungewöhnliche Mittelformatkamera, deren Eigenheiten Taros Bilder bis heute unverwechselbar machen.
Rund um das berühmte Motiv selbst wird es dann fast detektivisch. Die Negative sind verschollen, und die überlieferte Bildunterschrift hält einer genauen Prüfung kaum stand. Michael Ebert wertet die erhaltenen Abzüge der gesamten Serie aus, berichtet von einer eigenen forensischen Untersuchung mit Unterstützung des Bundeskriminalamts und erzählt von einem hitzigen Streit in einer New Yorker Wohnung, der die Entstehung des Fotos in ein völlig neues Licht rückt.
Am Ende steht auch die Frage, ob es für die Wirkung einer Fotografie überhaupt entscheidend ist, ob sie echt ist. Ein spannender Blick hinter eine der großen Ikonen des Fotojournalismus, zwischen Liebe, Krieg und Mythenbildung.








