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Belichtungsmessung mit dem Smartphone

Natürlich verfügt heute selbst die simpelste digitale Kamera über einen eingebauten Belichtungsmesser - dennoch ist ein externer Belichtungsmesser ein hilfreiches Zubehör bei der Lichtsetzung. Der Nachteil des externen Belichtungsmessers: Er ist nicht nur ein weiterer Posten im Budget, sondern man muss auch daran denken, ihn mitzunehmen, wenn man mit der Kamera loszieht.

Viel praktischer scheint da eine App, denn fast jeder hat heute sein Smartphone sowieso immer in der Tasche.

Smartphone-Belichtungsmesser versuchen, sich als eine kompakte und preisgünstige Alternative zum klassischen Belichtungsmesser zu positionieren und das, soviel sei vorab schon gesagt, gelingt ihnen auch ziemlich gut.

Der nicht so kleine Unterschied

Kernstück moderner Digitalkameras ist ein Belichtungssystem, dass das vom Motiv reflektierte Licht misst.

Bei dieser so genannten Objektmessung berechnet die Kameraelektronik aus den gemessenen Lichtwerten einen Durchschnitt, wobei als Referenz für eine ausgewogene Belichtung ein 18-prozentiges Grau angenommen wird.

Interner Belichtungsmesser der Kamera

Nikon D800 mit Programmautomatik. ISO 800, 1/20sek, f/4.5. © Torsten Kieslich

Der externe Belichtungsmesser verhält sich da anders: Hier wird nicht vom Kamerastandpunkt aus die reflektierte Lichtmenge gemessen, sondern es wird ermittelt, welche Lichtmenge direkt auf das Motiv auftrifft (sog. Lichtmessung).

Mit einer Lichtmessung kann man einen sehr genauen Belichtungswert erhalten, der Störungen durch Hintergrund oder Himmel komplett ausklammert.

Gute externe Belichtungsmesser können zudem auch reflektiertes Licht auf einer sehr eng begrenzten Fläche (sog. Spot-Messung) messen.

Sekonic-Lichtmessung

Sekonic L558 mit Diffusor. ISO 800, 1/15sek, f/4 © Torsten Kieslich

Irgendwo zwischen diesen beiden Welten liegen die für unser Smartphone erhältlichen Belichtungsmesser. Sie nutzen, bis auf wenige Ausnahmen, die Kamera des Smartphones, um das reflektierte Licht zu messen. Je nach Ausführung wird dabei die ganze Bildfläche gemessen oder eine Art Spotmessung durchgeführt.

Diese Messmethode unterscheidet sich von der Spotmessung des externen Belichtungsmessers dadurch, dass ein Messpunkt in der iPhone-Kamera betriebssystembedingt nur zu etwa 75% berücksichtigt wird, während rund 25% des Messergebnisses durch die gesamte Bildfläche geliefert werden.

Einige der Apps bieten neben der Objektmessung auch eine Lichtmessung an, die jedoch in den meisten Fällen nur eine Variante der Objektmessung ist, da in diesen Fällen die rückwärtige Kamera des iPhone genutzt wird keinerlei Diffusorkalotte zum Einsatz kommt. Eine Ausnahme bildet das aus einem Kickstartprojekt entstandene Lumu, das eine echte Messkalotte bietet, die in den Kopfhörerausgang gesteckt wird und sehr präzise Lichtmessungen erlaubt.

Die iPhone-Belichtungsmesser

Alle von uns angeschauten iPhone-Apps sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten erstaunlich genau. Zwar gibt es technische Einschränkungen, wie etwa die fehlende Blitzbelichtungsmessung oder die fehlende Option, eine Diffusorkalotte zu benutzen, doch für die generelle Objektmessung sind alle Apps gut gerüstet, auch wenn sie nicht ganz so präzise sind wie ein externer Belichtungsmesser.

Dafür sind sie mit Preisen von wenigen Euro recht günstig und eine gute Alternative, um sich an das Thema Belichtungsmesser heranzutasten. Die meisten verfügbaren Apps sind zwar englischsprachig, aber doch so einfach zu bedienen, dass man auch ohne ausführliche Anleitung damit zurechtkommt.

Pocket Light Meter

Pocket Light Meter bietet als kostenfreie App die Grundfunktionen eines Belichtungsmessers an, zeichnet sich jedoch durch die eingebaute Spotmessungsfunktion aus. Interessant ist bei dieser App, dass auch ein Wert für den Weißabgleich mit angezeigt wird. In unserem Test produzierte die App allerdings ab und an inkonsistente Messungen.

Pocket- LightMeter - Belichtungsmesser Apps für Smartphones

Die Oberfläche von Pocket Light Meter bei der Spotmessung. © Torsten Kieslich

Pocket Light Meter

Version 9.3.3

Kosten: iPhone kostenfrei; in der Android-Version 0,59 Euro

Entwickler: Nuwaste studios

Webseite: http://www.pocketlightmeter.com

iPhone: https://itunes.apple.com/de/app/pocket-light-meter/id381698089

Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.nuwaste.plm

MyLightMeter Free

MyLightMeter Free ist eine kostenfreie Belichtungsmesser-App, die am oberen Bildrand mit Werbung bestückt ist. Die App wirkt durch die Darstellung eines alten Belichtungsmessers recht ansprechend. Zur Messung stellt man den ISO-Bereich (bis ISO 3200) ein, peilt man über die kleine Bildfläche in der Mitte das Motiv an und drückt auf die Taste „Measure“.

Danach kann über die Skala die jeweilige Zeit- und Blendenkombination abgelesen werden.

MyLightMeter Free

Die Oberfläche von MyLightmeter Free erinnert an einen alten Handbelichtungsmesser.

© Torsten Kieslich

MyLightMeter Free

Version 1.1.7

Kosten: Kostenfrei

Entwickler: David Quiles

Webseite: http://xyzdq.blogspot.com.es

iPhone: https://itunes.apple.com/de/app/mylightmeter-gratis/id578970826

Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.dq.fotometro

MyLightMeter Pro

Die kostenpflichtige App MyLightMeter Pro bietet einen frei positionierbaren Spotmesspunkt an, wobei fast die gesamte Bildfläche des iPhones zur Verfügung steht. Es lässt sich eine Belichtungskorrektur von -2 bis +2 einstellen. Interessant ist MyLightMeter Pro auch für Infrarot-Fotografen, denn es lässt sich auch die Hyperfokal-Distanz für Infrarotaufnahmen anzeigen.

MyLightmeterPro

My Lightmeter PRO wirkt aufgeräumt und glänzt durch zahlreiche Funktionen. © Torsten Kieslich

MyLightMeter PRO

Version 1.4.11

Kosten: 3,99 Euro

Entwickler: David Quiles

Webseite: http://xyzdq.blogspot.com.es

iPhone: https://itunes.apple.com/de/app/mylightmeter-pro/id583922375?mt=8

FotometerPro

FotometerPro ist die zweite kostenpflichtige App unseres Testfeldes. Sie erscheint als Zeiger-Belichtungsmesser im Retro-Look, dessen Einstellräder rattern und der beim Starten der App aus einer „Lederhülle“ gezogen wird. Wer Retro-Look mag, wird mit dieser App optisch auf jeden Fall glücklich.

Über ein Anzeigenrad in der Mitte wählt man den ISO-Wert vor, Anschließend dreht man das Blendenrad auf den gewünschten Wert und kann dann am Zeiger die passende Verschlusszeit ablesen.

FotoMeterPro

Unter der antiken Optik von Fotometer Pro steckt reichlich Leistung. © Torsten Kieslich

FotometerPro

Version 2.0

Kosten: 0,99 Euro

Entwickler: Kit Da Studio

Webseite: http://www.kitdastudio.com/?p=183

iPhone: https://itunes.apple.com/de/app/fotometerpro/id439913393

Außerdem gibt es auch noch die Lumu-App, die mit einer Diffusorkalotte fast zu einem "echten" Belichtungsmesser wird. Diese App behandeln wir demnächst in einem gesonderten Blogbeitrag.

Alle hier gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht des Autors.

Weitere Filme zum Thema Belichtungsmessung und Belichtung findet Ihr hier:

Belichtung im Studio

Belichtungsmessung, Graukarte, Studio, Fotokurs

Belichtungsmesser Fotografieren lernen Studiofotografie Belichtungsmessung

Belichtung im Heimstudio

Hochzeitsfotografie, richtiges Belichten bei Hochzeitsfotos

Photoshop CC

Belichtungseffekte

 

10. Juni 2016 - 12:52

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