Der blinde Fotograf Do Anh Tuan

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0 h 16 m 43 s
21.10.2026

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Der Atem des Lebens

Der vietnamesische Fotograf Do Anh Tuan im Interview

Seit mehr als einem halben Jahrhundert fotografiert Do Anh Tuan. Der vietnamesische Fotograf kam über die Malerei zur Kamera, arbeitete jahrzehntelang als Fotograf des alltäglichen Lebens und widmete sich daneben Akten und Portraits. Im Mittelpunkt standen für ihn immer die Menschen und die Beziehungen zwischen ihnen. Vor einigen Jahren hat Tuan sein Augenlicht vollständig verloren. Matthias Leupold, der für FotoTV. bereits mehrere Fotokünstlerportraits gedreht hat, hat ihn für dieses Interview in seinen eigenen Räumen besucht.

Tuan erzählt offen davon, wie er sich über viele Jahre auf die Blindheit vorbereitet hat und was ihm heute Halt gibt. An seiner Seite ist dabei seine engste Schülerin, die ihn im Alltag begleitet und seine Arbeit einmal weiterführen soll. Er verschweigt auch nicht, was ihm bis heute am schwersten fällt. Und warum ausgerechnet Beethoven zu seinen großen Vorbildern gehört, obwohl dieser doch nie eine Kamera in der Hand hielt.

Vor allem aber zeigt der Film, dass Tuan als blinder Fotograf weiterarbeitet. Die flüchtigen Momente der Lebensfotografie kann er nicht mehr einfangen, also hat er sich der inszenierten Fotografie zugewandt. Seine Bilder entstehen heute zuerst vollständig im Kopf, mit Hauptmotiv, Nebenfiguren und genauer Anordnung. Bei der Umsetzung helfen ihm seine Schüler. An einem Foto, das kurz vor seiner Einzelausstellung „Breath“ entstand, schildert Tuan, wie aus einem nächtlichen Traum eine Bildidee wurde und mit welchen ungewöhnlichen Hilfsmitteln er sie seinem Team verständlich gemacht hat.