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Fine-Art-Printing – Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Fine-Art-Printing – Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Herzlich willkommen im Fine-Art-Printing-Kanal von Foto.TV.! Ich bin Antje Terhaag und ich liebe es, Fotos auf Papier zu begegnen. Erst dann ist das Bild fertig. FotoTV. hat in den letzten 14 Jahren über 3500 Video-Tutorials, Interviews und Fotokurse erstellt, darunter eine Fülle von Filmen, die sich um das Thema Fine-Art-Printing drehen.

Das Fine-Art-Printing ist eine dritte Wissenschaft neben der Fotografie selbst und der Bildbearbeitung: Es gibt viel zu lernen und zu beachten, und Frustration und Begeisterung geben sich beim Einstieg die Klinke in die Hand. Die Frustration verlässt den Raum aber bald, und übrig bleiben kleine oder große Meisterwerke als Fine-Art-Druck, die man rahmen kann oder auch nicht, selbst behalten oder verschenken kann. In jedem Fall werten die Fine-Art-Prints ein Foto auf und sorgen dafür, dass es länger als einen Sekundenbruchteil betrachtet wird.

Hinweis: Die Tipps sind mit den jeweiligen FotoTV.-Filmen verlinkt, aus denen sie stammen. So habt ihr die Möglichkeit, euch noch ausführlicher und detaillierter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zu jedem Film könnt ihr euch eine kostenlose Preview anschauen. Wenn ihr die Filme komplett anschauen wollt, findet ihr weiter unten eine Möglichkeit, fünf Filme zum Thema “Fine-Art-Printing” freizuschalten, ohne dafür zahlendes FotoTV.-Vollmitglied zu werden. Mehr Informationen über FotoTV. und was euch bei uns erwartet, findet ihr hier.

1. Kein Fine-Art-Druck ohne Monitorkalibrierung

Fine Art Printing 2: Digitale Dunkelkammer

Wer sich blauäugig ein Foto als Abzug oder Fine-Art-Print bestellt oder selbst gedruckt hat und sich wundert, warum die Farben des Fotoprints so ganz anders aussehen als auf dem Computer, wird die Frage gestellt bekommen haben: „Ist der Monitor denn kalibriert?“

Wenn der Monitor etwa gelbstichig war, hat man in der Bildbearbeitung mit Blau dagegengehalten und ein natürlich wirkendes Foto auf dem Monitor gesehen, das in Wirklichkeit dann viel zu blau geraten ist und blaustichig aus dem Fine-Art-Drucker kam. Hier haben wir es mit einem der vielen Bausteine des Farbmanagements auf dem Weg zum Fine-Art-Print zu tun: Monitorhersteller haben eine Vorstellung davon, wie ihre Farben wirken sollen, beispielsweise um ein ermüdungsfreies Arbeiten zu gewährleisten. Das ist dort nicht anders als bei den Kameraherstellern, die ebenfalls für ihre JPGs eine gewisse Charakteristik wählen. Nun zeigt auch ein Monitor die Farben nicht an, „wie sie sind“, aber man kann ihn zumindest dazu bringen, dass er die Farben der Norm entsprechend darstellt. Das nennt sich Kalibrieren. Die gängigste Methode bedient sich dabei eines kleinen Geräts mit passender Software. Man legt dieses Gerät mit seinem Sensor auf den Monitor. Auf dem Bildschirm werden dann Farben anzeigt, die der Sensor ausliest. Die Software sorgt dann ganz unkompliziert für den Soll-Ist-Abgleich und speichert die Werte im System. Das wiederholt man alle paar Wochen. Bei der Bildbearbeitung arbeitet man idealerweise in einem abgedunkelten Raum und kalibriert den Monitor auch immer für die genutzten Lichtverhältnisse. Wenn man dann nicht gerade in einem knallroten Pullover, der auf den Bildschirm zurückstrahlt, die Fotos editiert, steht einem Fine-Art-Druck nichts mehr im Weg.

Was es bei der Bildbearbeitung für den Druck zu beachten gibt, erklärt im Video Hermann Will, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Fine Art Printer“ anhand eines Fotos von Marc Ludwig. Er zeigt dabei den vollständigen Weg vom Ausgangsbild bis zum Fine-Art-Print.

Fine Art Printing 8: Tipps für Fotografen
Fine-Art-Printing beginnt beim Fotografieren

2. Fine-Art-Printing beginnt beim Fotografieren

Der Fine-Art-Printing ist für Fotografen und Fotografinnen ein weiteres Fachgebiet, und tatsächlich ist die Menge an Wissen, die man fürs Fine-Art-Printing ansammeln und nutzen kann, nicht kleiner als bei der Fotografie selbst und der Bildbearbeitung. Was macht das Fine-Art-Printing so kompliziert, dass es mit einem einfachen Druckbefehl nicht getan ist?

Fangen wir beim Farbraum an. Wir sind ungeschlagen, was die Menge an Farbnuancen betrifft, die wir unterscheiden können. Unser technisches Gerät kann es mit dem menschlichen Auge nicht aufnehmen. Kameras sind in der Regel in der Lage, einen halbwegs großen Farbraum wie Adobe RGB (1998) abzudecken, bei dem viele Monitore nicht mithalten können, weshalb Fotografie-Begeisterte auch beim Monitorkauf auf einen Farbraum achten sollten, der größer als sRGB ist, also auch hier beispielsweise Adobe RGB (1998).

Auch wenn am Ende der Fine-Art-Drucker oder das verwendete Papier einen kleineren Farbraum abdecken, ist es wichtig, solange es nur geht, den größtmöglichen Farbraum zu verwenden. Das bedeutet beim Fotografieren erst mal in die Kamera-Einstellungen zu gehen. Werkseitig ist der Farbraum in der Regel auf sRGB eingestellt – hier sollte man unbedingt auf Adobe RGB umstellen. Das bezieht sich auf die JPEG-Dateien. Wer ohnehin in RAW fotografiert, und das wäre die allererste Empfehlung, erfährt keine Limitierung des Farbraums.

Was man als Fotograf mit einem Fine-Art-Print erreichen und wofür man Fotoprints einsetzen kann, diskutieren Marc Ludwig und Fine-Art-Printing-Experte Hermann Will in diesem sehenswerten Video zum Thema "Fine-Art-Printing beginnt beim Fotografieren".

Fine Art Printing 6: Color Management
Fine-Art-Drucker müssen alles umrechnen

3. Fine-Art-Drucker müssen alles umrechnen

Die Größe des Farbraums (auch als Gamut bezeichnet), ist nur die erste Hürde. Gleich danach haben wir es beim Fine-Art-Printing mit einer Umrechnung von Farben zu tun zwischen Kamera und Computer einerseits und Fine-Art-Drucker, andererseits: Kamera und Computer arbeiten mit einer additiven Farbmischung. Die Grundfarben Rot, Grün und Blau kann man sich dabei wie Lampen vorstellen: Wenn man Rot und Blau im Dunklen gegen eine weiße Wand leuchtet, erhält man in der Schnittfläche die Farbe Magenta. Grün und Blau ergeben Cyan, Rot und Grün wird zu Gelb. Alle drei Lampen mischen sich zu Weiß, und wenn keine Leuchte eingeschaltet ist, bleibt alles schwarz.

Der Fine-Art-Druck hingegen funktioniert wie jeder Druck mit der subtraktiven Farbmischung mit den Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb. Druckt man diese übereinander, erhält man aus Magenta und Gelb die Farbe Rot etc., alle zusammen werden zu Schwarz. Verwendet man keine Farbe, bleibt das Papier logischerweise weiß. Dummerweise unterscheiden sich nun auch die RGB- und CMYK- Farbräume voneinander. Wer Fine-Art-Prints drucken will, könnte nun auf die Idee kommen, seine Fotos gleich in CMYK umzuwandeln, um das Ergebnis besser vorhersagen zu können, aber das Gegenteil ist der Fall. Unser Tipp: Bleibt in der Bildbearbeitung bis zum Schluss in RGB.

Oliver Mews von Datacolor ist Spezialist für das Farbmanagement und gibt im Film eine leicht verständliche Einführung in die verschiedenen Welten von Farbe, denn ohne gutes Farbmanagement ist das Fine-Art-Printing nicht zu meistern.

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Das Softproof Lightroom CC Tutorial
Soft-Proofing als Schlüssel zum Fine-Art-Print

4. Soft-Proofing als Schlüssel zum Fine-Art-Print

Als hätten wir nicht schon genug mit den Farbräumen zu tun, kommen jetzt die ICC-Profile beim Fine-Art-Drucken ins Spiel. Diese Dateien bilden den Farbraum ab, der im Zusammenspiel des verwendeten Fine-Art-Printers und des zu bedrucken Papiers abgedeckt wird. Man kann sich die ICC-Profile der gängigen Papiersorten für seinen jeweiligen Fine-Art-Drucker von den Websites der Hersteller herunterladen und auf seinem Rechner installieren. Mit diesen ICC-Profilen können sich nun – grob gesagt – die Bildbearbeitungssoftware und der Fine-Art-Printer über eine gemeinsame Farbdarstellung verständigen.

Um auf dem Monitor ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Foto gedruckt aussehen wird, stellt man in seiner Bildbearbeitungssoftware das Softproofing ein. Dabei wählt man besagtes ICC-Profil des Papiers und des Fine-Art-Druckers, mit dem man arbeiten will, und dann zeigt die Software das Druckbild, so lange das Softproofing eingeschaltet ist. Mit einer Tastenkombination oder Klick kann man zwischen beiden Ansichten wechseln und die Ergebnisse vergleichen. Wenn ihr jetzt noch ein paar Anpassungen an eurem Fine-Art-Foto vornehmt (beispielsweise mit Gradationskurven), speichert dies bitte nicht ab oder nehmt zumindest einen neuen Namen dafür. Die Änderungen am Bild passen nämlich nur zu diesem einen Papier. Lasst euch auch in eurem Bildbearbeitungsprogramm anzeigen, welche Farbtöne das Papier überhaupt nicht wiedergeben kann – hier könnt ihr dann entsprechend nacharbeiten oder gegebenenfalls ein anderes Papier für den Fine-Art-Druck auswählen.

In einem kurzen Video erklärt Martin Krolop den Nutzen des Softproofs und zeigt, wie das Proofing in Lightroom funktioniert. Vergleichbare Funktionalität haben natürlich auch die anderen Bildbearbeitungsprogramme.

5. Fine-Art-Prints drucken mit Renderprioritäten

Bootcamp Colormanagement 5

Ihr habt jetzt ein Foto mit seinem Ausgangsfarbraum, und ihr habt das Papier für den Fine-Art-Print mit seinem Farbraum. Und diese beiden Farbräume sind nicht deckungsgleich. In der Regel ist der Farbraum des Fotos größer als der des Papiers bzw. verschoben, also können nicht alle Farbnuancen eurer Datei originalgetreu auf dem Papier wiedergegeben werden. Nun müsst ihr dem Fine-Art-Drucker sagen, was er mit den Farben machen soll, die das Papier nicht darstellen kann.

Das geschieht im Druckbefehl mit den Renderprioritäten, also einer Anweisung, wie das Foto für das ausgewählte Papier umgerechnet werden soll. Insgesamt gibt es vier verschiedene Renderprioritäten beim Fine-Art-Printing, von denen viele Programme nur zwei verwenden, nämlich „perzeptiv“ und „relativ farbmetrisch“. Diese Entscheidung müsst ihr spätestens im Druckdialog treffen, und wenn ihr Fotos bei einem Dienstleister bestellt, sollte dieser euch nicht nur das ICC-Profil nennen oder bereitstellen, sondern auch die Renderpriorität vorgeben oder von euch erfragen. „Perzeptiv“ beim Rendering für den Fine-Art-Druck bedeutet, dass alle Farben so verändert werden, dass das Ergebnis in den Zielfarbraum passt und sich an unserer Wahrnehmung orientiert. „Relativ farbmetrisch“ rechnet nicht alle Farben um, sondern nur die, die nicht in den Zielfarbraum mitgenommen werden können, während die in beiden Farbräumen vorhandenen Farben unverändert bleiben. Ihr findet dann noch ein Häkchen, das ihr zur „Tiefenkompensierung“ setzen könnt. Hier geht es um die ganz tiefen Schatten, die ein Fine-Art-Printer nicht abbilden kann. Diese letzten paar Nuancen werden dann etwas aufgehellt und feine Zeichnung ist in den Fotoprints noch zu sehen. Hier solltet ihr euch alle Varianten im Softproof einmal ansehen. Manchmal ist fast kein Unterschied zu erkennen zwischen dem Originalfoto und dem Softproof mit der entsprechenden Renderpriorität, manchmal sind die Unterschiede aber gravierend. Wählt dann die Renderpriorität, die euch am meisten zusagt, und dann erst nehmt noch notwendige Änderungen vor – das könnt ihr in der Softproof-Ansicht mit der entsprechenden Renderingpriorität machen.

Oliver Mews von Datacolor erklärt im verlinkten Film, der zu einer ganzen Serie rund um das Thema Farbmanagement gehört, was es mit den ICC-Profilen und Farbräumen auf sich hat, und was man für das Fine-Art-Printing berücksichtigen muss.

Fine Art Printing 4: Papiere
Papier – der Star im Fine-Art-Printing

6. Papier – der Star im Fine-Art-Printing

Papiere für das Fine-Art-Printing bescheren einem ein sinnliches Erlebnis: Das Papier fühlt sich toll an, sieht großartig aus und hat vielleicht noch einen angenehmen Geruch. Und dann diese Vielfalt! Vom „einfachen“ PE-Papier mit optischen Aufhellern über schweres Barytpapier, Cotton Rag, Metallicpapier etc. bis zum handgeschöpften Washipapier oder selbstbeschichteten Papieren aller Art kann man sich zum perfekten Fine-Art-Print experimentieren. Diese Papiere üben eine Faszination aus, ohne dass sie bereits bedruckt wären.

Hier läuft der Fine-Art-Printing-Novize schnell in mehrere Fallen, die ihr umgehen könnt, ehe ihr zu viel Lehrgeld zahlt: Zum einen sucht man sich ein tolles Papier für seine Fotoprints aus, ohne das zu druckende Motiv und dessen Größe zu berücksichtigen. Hat man beispielsweise ein Portrait und druckt es auf ein schönes, strukturiertes Baumwollpapier, kann es sein, dass ihr aufgrund der Größe des Fine-Art-Drucks und der Struktur des Papiers die perfekte Cellulitis ins Bild gebracht habt. Druckt ihr das Foto wesentlich größer auf das gleiche Papier, kann es aber Tiefe ins Bild bringen. Wählt also das Papier passend zum Motiv.

Zweite Falle: Man berücksichtigt nicht, wo der Fine-Art-Druck letztlich hängen soll. Hier können glänzende Oberflächen bei entsprechendem Lichteinfall unerwünschte Reflexionen liefern, matte Oberflächen aber bei schlechter Positionierung zu wenig Licht bekommen, um die Farben zur Geltung zu bringen. Wenn es möglich ist, berücksichtigt also den finalen Ort der Hängung eurer Fotoprints bei der Wahl des Papiers.

Dritte Falle: Man wählt das Papier nach der wunderbaren Haptik und vergisst dabei, dass ein Fine-Art-Foto, sobald es gedruckt (hinter Glas) an der Wand hängt, nicht mehr angefasst wird. Dann geht es nur noch um den optischen Eindruck. Apropos Haptik: Einige Papiere wie Baumwollpapiere zerstört ihr, wenn ihr nach dem Fine-Art-Drucken über den Druck wischt. Die feinen Baumwollhärchen werden dann abgebrochen und ihr habt eine blanke Stelle auf dem matten Papier. Lasst also die Haptik des Fine-Art-Papiers schnell hinter euch und wählt das Papier für das entsprechende Motiv und den Zielort des Werks.

Wertvolle Tipps und Anwendungsbeispiele zum Papier beim Fine-Art-Printing kommen im Film wieder von Hermann Will, Fine-Art-Printing-Koryphäe und Chefredakteur des Fachmagazins „Fine Art Printer“. Er berücksichtigt sogar den Klang von Papier.

Mirage 3.0 Prints komfortabel einrichten
Hilfe bei der Papierwahl für den Fine-Art-Druck

7. Hilfe bei der Papierwahl für den Fine-Art-Druck

Woher weiß man nun, welches Papier sich beim Fine-Art-Druck für das Motiv eignet? Am Anfang ist sicher ein wenig Trial-and-Error dabei, das gehört zum Spaß des Einarbeitens. Um nicht völlig danebenzuliegen, gibt es kleine Hilfsmittel für die angehenden Fine-Art-Drucker. MacOS hat so ein Tool bereits vorinstalliert, aber auch für Windows kann man entsprechende Werkzeuge bekommen. In MacOS nennt sich das Programm „Color Sync“ und ist unter den Dienstprogrammen zu finden. Öffnet man „Color-Sync“, kann man sich einen Farbraum dreidimensional anzeigen und ihn rotieren lassen, beispielsweise seinen Arbeitsfarbraum Adobe RGB (1998) oder sRGB. Oben links im Bild findet sich ein kleiner Pfeil, der sich aufklappen lässt. Nun kann man den Farbraum für einen Vergleich auswählen und sich dann natürlich einen weiteren Farbraum zeigen lassen – in diesem Fall den des avisierten Papiers für den Fine-Art-Druck. Jetzt wird der Arbeitsfarbraum transparent angezeigt und der des Papiers farbig.

Was bringt das? Ganz einfach: Jetzt kommt euer Motiv ins Spiel. Angenommen ihr habt ein Portrait, also viele Hauttöne. Jetzt dreht euren Farbraum und schaut auf die Hautfarben. Wenn die Hauttöne des Papiers die des Arbeitsfarbraums abdecken, ist das Papier eine gute Wahl für das Fine-Art-Printing. Wenn das Papier allerdings in den Hauttönen deutlich limitierter ist als euer Arbeitsfarbraum und das Motiv, seht euch zum Vergleich weitere Papiere und deren Farbraum an. Manche Papiere sind stark in den kräftig-dunklen Blau- und Grüntönen, die bieten sich für entsprechende Landschaftsaufnahmen an. So könnt ihr bereits „in der Theorie“ feststellen, welches Papier für euer jeweiliges Motiv vermutlich gut passt und euch einen großartigen Fine-Art-Print bescheren wird.

Eine Software ganz anderer Art ist Mirage von DINAX. Recht kostspielig tritt sie dort in Erscheinung, wo der Druckbefehl und der Fine-Art-Drucker aufeinandertreffen. Hier füllt Mirage eine Lücke, denn das Fine-Art-Drucken mit den Bordmitteln ist komplex und lässt eine gelungene Nutzerführung vermissen. Im Film gibt Peter Hytrek einen Überblick über Mirage und zeigt auf, für wen sich die Investition lohnt.

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8. Enttäuscht von den Fotoprints? Ab ins Licht!

Papier- und Lampenanalyse mittels Spektrophotometer

Der Drucker hat seinen Auftrag erledigt, der Fine-Art-Print liegt vor euch – und enttäuscht auf ganzer Linie? Möglicherweise liegt es daran, dass ihr den Fine-Art-Drucker im Keller stehen habt und dort keine Tageslichtleuchten installiert sind. Im Gegensatz zu den Fotos auf eurem Rechner, Tablet oder Smartphone, die ein leuchtendes Display haben, braucht ein Fine-Art-Print Licht von außen. Zur Beurteilung eines Fine-Art-Drucks gibt es tatsächlich die DIN-Norm „Betrachtungsbedingungen für die grafische Technologie“, die ein Normlicht D50 voraussetzt. Dieses Normlicht könnt ihr mit entsprechenden Leuchten herstellen, aber zumeist kommt ihr mit klassischem Tageslicht gut zurecht. Und hier gibt es ein kleines Gimmick, das feststellen kann, ob das Licht für die Beurteilung des Fotoprints geeignet ist.

Es handelt sich dabei um eine sogenannte Metameriekarte, für ein paar Euro im Scheckkartenformat zu erhalten. Diese Karte zeigt anhand einer Farbfläche an, ob man sich annähernd im Normlichtbereich aufhält. Wenn ihr das Fine-Art-Foto für euch selbst gedruckt habt, bietet es sich natürlich an, den Fine-Art-Print an seinem finalen Hängeort zu beurteilen.

Was nun auf der anderen Seite ein Spektrophotometer ist und wofür dieses komplexere Gerät genutzt wird, verrät Bojan Radojkovic im Film. Außerdem knöpft er sich optische Aufheller im Fine-Art-Printing-Papier vor.

Fine Art Printing 3: Drucker
Welcher Fine-Art-Printer empfiehlt sich?

9. Welcher Fine-Art-Printer empfiehlt sich?

Es gibt im Segment der Fine-Art-Drucker vor dem Kauf eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Die erste Entscheidung ist tatsächlich, ob man sich einen Fine-Art-Drucker zulegen sollte. Ein Fine-Art-Drucker muss beschäftigt werden, damit die Düsen regelmäßig durchgespült werden. Wenn ihr nicht druckt, erledigt dies üblicherweise eine Routine, was dennoch eine kleine Menge an Tinte verbraucht. Bei nur kleinen Mengen und fehlender Zeit, sich wirklich in die Thematik einzuarbeiten, kann man sich bei entsprechenden Dienstleistern seine Fine-Art-Prints drucken lassen.

Wenn ihr euch auf das Abenteuer Fine-Art-Printing einlassen wollt, könnt ihr zunächst zwischen zwei Tintenarten wählen, die Dye-Tinten und die Pigment-Tinten. Dye-Tinten hatten lange den Vorteil wesentlich kräftigerer Farben, jedoch sind diese Fine-Art-Drucke empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Licht, sind also deutlich kürzer haltbar als Fine-Art-Prints mit Pigmenttinte. In den letzten Jahren wurden die Pigment-Tinten deutlich weiterentwickelt und stehen nun optisch den Dye-Tinten in nichts mehr nach, weswegen sie sich im Fine-Art-Printing weitgehend durchgesetzt haben. Je mehr verschiedene Tinten der Fine-Art-Drucker verwendet (mittlerweile acht oder zwölf), desto besser ist die zu erwartende Qualität.

Zu entscheiden ist noch die Frage nach dem Format: Wer nicht vorhat, größer als DIN A3 zu drucken, braucht keinen A2-Fine-Art-Printer oder noch größere Geräte. Große Fine-Art-Drucker können natürlich auch kleinere Formate drucken. Wenn die Größe festgelegt ist, dann unterscheiden sich noch die Fine-Art-Drucker für Rollenpapier und die reinen Einzelblatt-Drucker. Auch hier gilt: Einzelblattdrucker können nur Blattware drucken, während die Rollendrucker auch einen Einzelblatteinzug haben. Rollenpapier lohnt sich für alle, die viel drucken: Es ist deutlich günstiger als der Einsatz der Einzelblätter. Auch haben die Fine-Art-Drucker für Rollenpapier in der Regel die Möglichkeit, wesentlich größere Tintentanks aufzunehmen und bieten auch da Ersparnismöglichkeiten – wenn man dann auch wirklich intensiv druckt. Dagegen steht der deutlich höhere Anschaffungspreis und der Platzbedarf: Schon ein DIN A2-Rollendrucker ist ein Möbel der Größe einer mehrmanualigen Orgel. Außerdem ist es nicht ganz trivial, je nach Papier, die Fotoprints von der Rolle wieder glatt zu bekommen.

In Video erklärt Hermann Will, Chefredakteur der Zeitschrift „Fine Art Printer“ und ausgewiesener Experte für den Fine-Art-Druck Grundsätzliches zum Thema Tinten und gibt Tipps zur Wahl des Fine-Art-Druckers.

Printveredelung durch Prägung
 Veredelt eure Fine-Art-Fotos!

10. Veredelt eure Fine-Art-Fotos!

Wenn nun die Fotos so aus dem Fine-Art-Drucker kommen, wie ihr sie haben wollt, dann fängt die kreative Freiheit erst an. Ihr habt unendliche Möglichkeiten, eure Fine-Art-Prints zu rahmen, ohne, hinter normalem oder reflexionsfreiem Museumsglas, mit und ohne Passepartout – oder auch ungerahmt.

Experimentiert mit Papieren – und macht Papier selbst. Es gibt Emulsionen, die ihr auf Papier auftragen könnt, die dann mit einem Fine-Art-Printer bedruckbar sind. Es gibt tolle Beispiele auf braunem Packpapier, das teilweise mit weißer Fine-Art-Printing-Basis beschichtet und bedruckt ist. Lasst eurer Phantasie freien Lauf!

Ihr könnt auch die fertigen Fotoprints weiter bearbeiten. Natürlich lassen sie sich bemalen, besticken, schneiden oder auch einfach mit einer Oberflächenversiegelung haltbarer und unempfindlicher machen. Eine sehr schöne Art, dem eigenen Fine-Art-Print einen Stempel aufzudrücken, ist genau dieses: das Stempeln mit einem Prägestempel. Die einmalige Anschaffung mit Namen, Loge etc. ist das Ergebnis durchaus wert. Eine zarte Prägung im Papier gibt dem Fotoprint eine noch edlere Anmutung. 

Wen das jetzt spontan begeistert, dem sei der Film von Bojan Radojkovic empfohlen, der auch sehr aufwändige Prägemethoden für seine Fine-Art-Fotos einsetzt und uns in seine Werkstatt mitnimmt.

Fazit: Fine-Art-Printing ist eine Wissenschaft für sich...

... deren Eroberung euch mit „richtigen Fotos“ belohnt, Bildern, die nicht auf Festplatten oder virtuellen Speichermedien leben, sondern Räume beleben und als Geschenk überreicht werden können. Erst dann ist euer Foto fertig.

Der Fine-Art-Druck hat übrigens noch einen interessanten Effekt: Wenn einen die Fotoprints Geld kosten – in Form der Anschaffung eines Druckers und der Verbrauchsmaterialien wie Papier und Tinte –, bekommt man selbst einen noch kritischeren Blick auf seine Fotos. Die Fotografie und die Bildbearbeitung hebt man dann fast automatisch nochmal auf ein höheres Niveau.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesen Fine-Art-Printing-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene einen Einblick in die Thematik verschaffen und euer Interesse am Fine-Art-Printing wecken. Stellt euch auf ein bisschen Lehrgeld ein, das ihr bei den ersten Versuchen vermutlich zahlt, und auch auf ein wenig Frust beim Einrichten aller Einstellungen und Profile. Ihr seid dabei in allerbester Gesellschaft, und nach und nach wird der Fine-Art-Druck zum Kinderspiel.

Ihr wollt noch mehr über das Thema ”Fine-Art-Printing” lernen und den nächsten Schritt in eurer Fotografie gehen? Kein Problem! Hier auf FotoTV. findet ihr unzählige Filme zu genau diesem Thema. Außerdem erwarten euch auch spannende Filme zu weiteren Facetten der Fotografie. Mehr Informationen zu FotoTV. findet ihr hier!

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FAQ: Häufige Fragen zum Fine-Art-Printing

Was ist Fine-Art-Printing?

Fine-Art-Printing hat zunächst nichts damit zu tun, dass man „Kunst“ druckt. Das Motiv und seine Qualität spielen bei der Definition keine Rolle. Fine-Art-Druck ist gekennzeichnet durch die Langlebigkeit der Drucke – viele Jahrzehnte und mehr. Wenn jemand gedruckte Kunst kauft, soll diese nicht nach einem Jahr verblasst an der Wand hängen. Fine-Art-Printing ist also ein Begriff für sehr hochwertige und langlebige Drucke.

Wie lerne ich am besten Fine-Art-Printing?

Auf dem Fine-Art-Printing-Kanal auf FotoTV. findet ihr unzählige Video-Tutorials zu diesem Thema. Mehr Informationen über FotoTV. findet ihr auf: www.fototv.de/start

Welcher Drucker eignet sich zum Fine-Art-Printing?

Fine-Art-Prints zeichnen sich durch hohe Farbbrillanz und extreme Langlebigkeit aus. Es handelt sich bei Fine-Art-Druckern um Tintenstrahldrucker mit Dye-Tinten, heute vor allem aber mit Pigment-Tinten, die sehr feine und detailreiche Ergebnisse liefern können. Zumeist arbeiten sie mit zwölf verschiedenen Tinten. Diese Fine-Art-Printer sind sowohl für den Privatanwender in kleineren Größen als auch für professionelle Nutzer von Großformatdrucken erhältlich.

Was ist ein ICC-Profil?

Ein ICC-Profil ist eine Datei, die einen Farbraum beschreibt. Das kann der Farbraum einer Kamera oder eines Displays sein. Beim Fine-Art-Printing verwendet man ICC-Profile, die den Farbraum eines bestimmten Papiers beim Drucken mit einem festgelegten Fine-Art-Drucker anzeigen.

Was ist eine Renderpriorität?

Die Renderpriorität kommt beim Umrechnen von Farbräumen zum Einsatz. Wenn man beispielsweise ein Foto, das in einem größeren Farbraum wie Adobe RGB (1998) vorliegt, auf einem Fine-Art-Papier mit kleinerem Farbraum ausdrucken will, müssen die Teile eines Fotos, die im Ausgangsfarbraum vorhanden sind, aber nicht im Zielfarbraum, entsprechend umgerechnet werden. Wie diese Umrechnung geschieht, wird mit der Renderpriorität festgelegt. Es stehen vier Renderprioritäten zur Verfügung: „perzeptiv“, „relativ farbmetrisch“, „absolut farbmetrisch“ und „Sättigung“. Beim Fine-Art-Printing von Fotos kommen vor allem die ersten beiden zum Tragen.

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