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1 h 14 m 53 s
11.03.2026

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Erik Schlicksbier

Der Fotograf über seine Projekte

Erik Schlicksbier ist freiberuflicher Fotograf aus Kiel, der seine Arbeit einem Grundgedanken widmet: Ein Portrait sollte weit mehr zeigen als das äußere Erscheinungsbild eines Menschen. Für ihn beginnt Fotografie dort, wo ein echter Blick hinter die Oberfläche möglich wird – wo die Bühne, die er als Fotograf bereitet, mit dem Selbstbild und den inneren Geschichten seiner Protagonistinnen und Protagonisten verschmilzt. 

In seinen Projekten sucht er nicht nach makelloser Perfektion, sondern nach Wahrhaftigkeit. Schlicksbier versteht Porträtfotografie als Beziehungssituation: als ein Miteinander, in dem Offenheit, Zeit und gegenseitiges Vertrauen entscheidend sind. Erst wenn die Maske fällt, kann ein Bild entstehen, das etwas über den Menschen erzählt und nicht nur über die Pose. 

Diese Haltung prägt besonders seine beiden narrativen Serien, die in dieser Live-Session im Mittelpunkt standen: Im Zentrum der BROKEN BODY Serie steht der Kontrast zwischen äußerer Wahrnehmung und innerer Realität: Die menschliche Hülle wird oft als stark und belastbar angesehen – tatsächlich aber ist sie verletzlich, weich und zerbrechlich. Gipse und Schienen hingegen wirken hart, starr und kraftvoll. Dabei stehen sie doch gerade für einen Zustand der Schwäche, für Heilung und Übergang. Die Serie beschäftigt sich genau mit diesem Spannungsfeld und damit, wie wir als Menschen mit Verletzlichkeit, Kontrolle und dem Wiederfinden eigener Stärke umgehen.

Um die eigene Stärke geht es auch in seiner SHEROES-Serie, in der Mädchen im Alter von etwa neun bis sechzehn Jahren gemeinsam mit ihm ihre eigene Heldinnenfigur entwickeln. Sie erschaffen sich selbst als Piratinnen, Abenteurerinnen oder Kriegerinnen. Es geht nicht um Glanz und Glamour, sondern um Selbstwirksamkeit, Mut und Eigenständigkeit. Die jungen Teilnehmerinnen bestimmen ihre Rolle selbst, dr Fotograf schafft den Raum, in dem ihre Stärke sichtbar werden kann. So entstehen Portraits, die weniger Abbild als vielmehr Ausdruck innerer Kraft und Identität sind und als Rollenvorbilder dienen sollen, die es gerade im fotografischen Umfeld für Mädchen noch viel zu wenig gibt.

Broken Body und SHEROES zeigen ein wichtiges, konzeptuelles Selbstverständnis im Schaffen von Erik Schlicksbier: das gleichzeitige Sichtbarmachen von Verwundbarkeit und von Stärke. Zudem verdeutlichen sie seine Überzeugung, dass gute Portraitfotografie Geschichten erzählt, Menschen ernst nimmt und ihnen eine authentische, selbstbestimmte Bühne bietet — unabhängig vom Alter der abgebildeten Personen.

Als Host der Session war Kerstin Schütze dabei.

Erik Schlicksbier ist freiberuflicher Fotograf aus Kiel, der seine Arbeit einem Grundgedanken widmet: Ein Portrait sollte weit mehr zeigen als das äußere Erscheinungsbild eines Menschen. Für ihn beginnt Fotografie dort, wo ein echter Blick hinter die Oberfläche möglich wird – wo die Bühne, die er als Fotograf bereitet, mit dem Selbstbild und den inneren Geschichten seiner Protagonistinnen und Protagonisten verschmilzt.