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Laserbleche - Schmuckbilder für einen Infoflyer

Oder wie man selbst eher spröde Gegenstände sexy ausschauen lässt

Bilder können einmal Information transportieren, zum anderen aber auch einfach ästhetisch wirken. Im ersten Fall spricht man von Sachaufnahme, Freisteller oder Produktaufnahme, im zweiten Fall von Still-Life-Foto oder vom Schmuckbild.

Ich persönlich mache viel lieber die zweite Art von Aufnahmen, weil die Freiheiten hier viel größer sind. Unschärfeeffekte, Flares, Nebel, Rauch, Kondenstropfen ... alles ist erlaubt.

Stilllife, Produktfotografie, Objektfotografie  

Ein hauchdünnes Edelstahlblech, mit dem Laser geschnitten, als „Schmuckbild“ eingefangen. Wichtig sind bei solch einem Foto der Maßstab (die Hand), interessantes Licht und im Idealfall auch eine Farbgestaltung mit Komplementärfarben. Canon 5D Mark III mit EF 50 f/2.5 Makro, auf Manfrotto Gelenkarm, 1/64 Sekunde, ISO 200, f/2.8, JPEG. Beleuchtung: NEEWER LED-Videolicht.

Das Motiv

Für die Schmuckbilder der gelaserten Bleche habe ich von unserem Laserlabor an der Hochschule ein Kistchen voll mit Metallmustern bekommen und als Verwendungszweck gehört: „Mach einfach schicke Bilder, für den Titel und Header für unseren neuen Flyer für die Industriekunden.“ So macht mir das Spaß. :-)

Objektfotografie - Schmuckbilder

So sehen die Teile aus, wenn man sich wenig Mühe beim Fotografieren gibt.

Bei allen Freiheiten ist aber dennoch ein bisschen etwas zu beachten. So sollen die Bleche auf jeden Fall interessant ausschauen! Das erreicht Ihr zum Beispiel mit Durchlicht (für die dünnen durchbrochenen Bleche) oder mit Kreuzlicht (für die dickeren Metallabschnitte). Komplementäre Farben helfen hier noch weiter.

Für einen besonderen Kick sorgt auch immer eine Spiegelung. Weiterhin ist dann auch noch der Maßstab wichtig. Diesen könnt Ihr visualisieren, indem Ihr ein bekanntes Objekt in die Szene hinzufügt (Euromünze, Streichholz, Messschieber ...) oder aber auch das Teil einfach in die Hand nehmt.

Das Setup

Entstanden ist bei mir ein flottes, kleines Dauerlichtsetup, bestehend aus zwei NEEWER-Video-LED-Lampen (mit blauem und orangenem Gel) an Manfrotto Gelenkarmen. Als Untergrund hat ein Edelstahlspiegel gedient, der im Gegensatz zum herkömmlichen Glasspiegel keine störende Doppelreflexion aufweist. Die Kamera war an einem weiteren Manfrotto-Gelenkarm angebracht. Fokussiert habe ich per Liveview, ausgelöst mit dem Zwei-Sekunden-Selbstauslöser.

Aufbau Stilllife-Fotografie

Das überschaubare Setup besteht aus einem Edelstahlspiegel als Untergrund, zwei LED-Lampen sowie der Kamera auf einem Gelenkarm.

Das Ergebnisfoto

Ein Ergebnis mit dem Setup. Die Aufnahmeeinstellungen sind die gleichen wie beim Aufhängerbild.

Tipps & Tricks

  • Ein Manfrotto-Gelenkarm taugt für solche Aufnahmen besser als ein klassisches Stativ, weil man damit dann beliebig nahe an die Szene heran gehen kann. Auch sind die Freiheitsgrade größer. Die Gelenkarme gibt es in verschiedenen Formen. Mir gefällt jener von Manfrotto mit dem Drehknopf mit Abstand am besten. Weniger geeignet ist in meinen Augen jener mit dem rastenden Kipphebel (das ist der Magic Arm).
  • Das durchgehend scharfe Bild ist per Focus Stacking entstanden. Verwendet habe ich Fokusvariation per Hand am Objektiv, gestackt habe ich mit Photoshop (vergleicht bei Interesse auch die zwei zurückliegenden Beiträge zum Thema Focus Stacking hier im Blog).

Focus-Stacking

Falls man solche Teile durchgängig scharf abbilden möchte, so kann das zum Beispiel per Focus Stacking geschehen.

  • Die Komplementärfarben kamen bei einigen der Fotos durch die zwei komplementär gefilterten Lampen zustande. Bei anderen Fotos habe ich aber nur ein einfarbig blaues Licht verwendet und die Komplementärfarbe einfach später ins Bild gemalt. Das gelingt zum Beispiel in Photoshop mit einem weichen Malpinsel im Modus Farbton oder Farbe

Einfarbig beleuchtete AufnahmeEinige der Aufnahmen wurden nur einfarbig beleuchtet und wirken deswegen erst einmal nicht ganz so spannend ...

Ergebnisfoto mit Komplementärfarben

... man kann aber auch später noch die Komplementärfarbe einfach in Photoshop ins Bild malen. Achtet aber ein wenig auf Licht und Schatten im Bild, damit das Ergebnis auch glaubwürdig wirkt. Das Orange sollte wie ein Lichteinfall aussehen, und so sollte entsprechend auch tatsächlich ein dezenter Lichteinfall in diesem Bereich vorhanden sein.


Alle hier gezeigten Bilder und Texte unterlliegen dem Urheberrecht des Autors

Den Blogbeitrag von Tilo zum Thema Focusstacking findet Ihr hier:

Teil 1: Fokus versus Abstandsvariation

Teil 2: Focus Stacking mit Fokusvariation

Wenn Ihr Euch für Objektfotografie und Still-Lifes interessiert, schaut Euch unsere Filme mit Eberhard Schuy an, z.B.

Einführung Objektfotografie

Untergründe Objektfotografie

Modellautofotografie, Modellautos belichten, FotoTV. Tutorial mit Eberhard Schuy

Stilllifefotografie mit einfachen Mitteln

Lichtführung Stillifefotografie, Bildideen Stilllife

Schmuckfotografie mit Schuy 1
4. Februar 2016 - 11:11

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