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Foodfotos für Blogger. Teil 1 - Fensterlicht

Leckere Gerichte im schönen Licht, ganz ohne Aufwand.

Viele Menschen finden Gefallen an Food Blogs und holen sich hier Inspirationen für die Küche. Auch ein eigenes Food Blog würde sicher Spaß machen und wäre auch rasch auf die Beine gestellt, wenn denn nur die Fotos nicht wären. Aber da darf man keine Abstriche machen, denn wenn die Food-Fotos nicht sofort das Wasser im Mund zusammen laufen lassen, wird niemand das Rezept nachkochen wollen. Was tun?

Studiofotografen der alten Schule denken jetzt an Softboxen und Schirme, aber wir Ihr sehen werdet, gelingen die Fotos auch viel einfacher und schneller. Frei nach David Loftus heißt die Devise „Shoot it, eat it“ – wenn das Essen fotografiert ist und angerichtet wird, muss es noch warm sein!

Food-Fotografie für Blogger    
Ein köstliches Gericht im natürlichen Licht. Wenn man ein paar Tricks kennt, ist so ein Foto so schnell aufgenommen, dass das Essen noch heiß und lecker auf den Tisch kommt. Canon EOS 5DMk II mit EF 50 f/1.4 auf f/2,5 | ISO 200 | 1/50 Sekunde | Raw-Format.

Das Licht

Das Licht ist schlicht Tageslicht, aber die Stelle zum Fotografieren sollte sorgfältig ausgesucht sein - ein Fenster oder eine Balkontür eignen sich prima. Wenn direktes Sonnenlicht einfällt, würde ich entweder ein anderes Fenster wählen oder das Motiv einfach so weit ins Zimmer zurückziehen, bis es wieder im Schatten ist. Man kann auch einen Diffusor vor dem Fenster platzieren, um hartes, direktes Sonnenlicht weicher zu machen, aber der Effekt ist ein anderer.

Raus an die frische Luft zu gehen, ist selten eine gute Idee, weil dann die Abblockung des Lichts von oben fehlt. Was man sich zum Fotografieren wünscht, ist gerichtetes, weiches Licht von der Seite oder von schräg hinten.

Einfaches Setup für FoodfotografieEinfaches Setup für Foodfotografie mit Fensterlicht

Das einfache Setup besteht aus einer Balkontür oder einem Fenster. Ihr solltet aber darauf achten, dass kein direktes Sonnenlicht auf das Motiv fällt.

Vorsicht ist generell bei Mischlicht geboten, und so sollte man immer die Innenraumbeleuchtung ausschalten. Wenn man sich eine Aufhellung für die lichtabgewandte Seite wünscht, nimmt man besser einen Reflektor zu Hilfe.

Die Kamera

Jede moderne Crop- oder Vollformatkamera und so gut wie jedes Objektiv im Brennweitenbereich 50-100 mm taugen prima. Wenn es schnell gehen muss, bieten sich die Automatikmodi an, wobei der AV-Modus am besten geeignet ist. Aber Vorsicht mit der Blende: Beim Spiel mit der Schärfentiefe muss man aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Schnell ist bei den kurzen Aufnahmedistanzen alles vorne und hinten so unscharf, dass man einfach nichts mehr erkennen kann.

Das Photoshopping

Wenn das Licht stimmt, ist nicht mehr viel Bearbeitung notwendig, und so kann man die wenigen Schritte leicht im Raw-Konverter oder in Lightroom erledigen. Im Screenshot seht Ihr ein Vorher-Nachher-Bild sowie die vorgenommenen Einstellungen. Hauptsächlich habe ich das Bild heller und ein bisschen wärmer gestaltet.

Könnte man das nicht direkt in der Kamera erledigen? Ja und nein. Zwar kann man auch dort die Farbtemperatur wärmer gestalten und den Kontrast anheben. Am kalibrierten und farbstabilen Monitor gelingt das aber einfacher.

Minimale Bearbeitung im RAW-Konverter
Einige wenige Einstellungen in Adobe Camera Raw reichen aus, um das Bild heller, kontrastreicher, wärmer und insgesamt gefälliger und stimmiger wirken zu lassen.

Manchmal verwende ich auch die Filtersammlung VSCO. Die Filter sind nicht billig, aber wirken so schön analog und natürlich, dass man schnell süchtig nach diesen Looks wird. In den folgenden Teilen der Food-Reihe gehen wir auch näher auf die Bildverarbeitung ein.

Foodfotografie im Fensterlicht

Hier noch ein Beispiel mit der gleichen Aufnahmetechnik, zum Appetitmachen.

Keine teure Kamera zur Hand?

Solche Fotos gelingen auch prima mit einer Kompaktkamera oder sogar mit dem Smartphone. Der Schärfeverlauf ist dann nicht so ausgeprägt wie beim Vollformat, aber das muss kein Nachteil sein. Im Beispiel seht Ihr ein Foto, aufgenommen mit dem iPhone 6s, das noch ein wenig mit dem Unschärfeeffekt „Bokeh2“ von Alienskin aufgepeppt wurde. Die Filter-Sammlung dazu heißt „Exposure“.

Foodfotografie mit dem Smartphone
Gleiches Setup, aber nun mit dem Smartphone aufgenommen. Die Unschärfe ist digital und stammt von Alienskin Bokeh2 aus der Filtersammlung Alienskin Exposure.

Viel Spaß beim Kochen, Fotografieren und Essen.

Im nächsten Teil geht es dann um Foodfotos mit Fensterlicht plus Reflektor.

Und hier noch ein paar Linktipps zu Food-Blogs:

Alle hier gezeigten Bilder und Texte unterliegen dem Urheberrecht des Autors.

Und schaut Euch doch auch unsere Foodfotografie-Serie mit Klaus Arras an:

Foodfotografie 1: Arrangements

Foodfotografie 2: Arrangieren

Foodfotografie 3: Untergründe

Foodfotografie 4: Requisiten

Foodfotografie Reportage

 

 

 

 
21. Juli 2016 - 16:29

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