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Play it again...
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0 h 51 m 23 s
27.08.2026

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Mareen Fischinger: Lone Volcano

Was du siehst, ist wahr. Was passiert ist, nicht.

Wie man mit einem roten Faden einen Urlaub zu einer Fotoserie machen kann.

In dieser Session spricht Mareen Fischinger über ihre freie Serie „Lone Volcano“, die während eines Islandurlaubs entstanden ist – und darüber, wie sich mit fotografischen Mitteln aus einer Reise eine konsistente visuelle Erzählung entwickeln lässt.

Ausgangspunkt war eine einfache Idee: ein Alleinreisender in Island. Dafür gab Mareen ihrem Protagonisten eine analoge Kleinbildkamera in die Hand und entwickelte die Serie entlang klarer gestalterischer Entscheidungen. Ein Geländewagen, der eigentlich dem Guide gehörte, wurde Teil der Bildwelt. Kleidung, Farbigkeit, Requisiten und Perspektiven wurden bewusst kontrolliert. Andere Elemente wiederum verschwanden konsequent aus der Serie – darunter Bilder mit ihrem Kind –, um die Erzählung eines einsamen Reisenden nicht zu brechen.

Die Serie lebt von einer abgestimmten Farbwelt, vom Wechsel zwischen harten und weichen Texturen und vom bewussten Weglassen. Gerade diese Reduktion sorgt dafür, dass die Bilder zusammenhalten und eine glaubwürdige Atmosphäre entsteht.

Dabei geht es nicht um Täuschung, sondern um Bildlogik, Kontinuität und fotografische Konsequenz. Mareen zeigt, wie dieselben Werkzeuge, die sie aus der Werbefotografie kennt – Continuity, Requisite, Farbwelt und Bildsprache – auch in freien Arbeiten funktionieren und einer Serie Zusammenhalt geben können.

Im Zentrum steht die Frage, wie viel Inszenierung eine fotografische Geschichte braucht, damit sie glaubwürdig wirkt – und warum subjektive Wahrheit in der Fotografie oft wichtiger ist als die dokumentarische Vollständigkeit.

Als Host der Session war Antje Terhaag dabei.

Mareen Fischinger ist Fotografin und Produktionsleiterin aus Köln. Sie studierte Kommunikationsdesign und arbeitet seit über 20 Jahren im kommerziellen Bereich – für Kunden, die wissen, was sie wollen, und für Projekte, bei denen sie selbst entscheidet, was entsteht. Sie denkt in Geschichten, Requisiten, Continuity und Bildsprache – Werkzeuge, die in der Werbefotografie selbstverständlich sind und in der freien Arbeit oft unterschätzt werden. Daneben beschäftigt sie sich mit Synthography, also KI-generierter Bildsprache, und gehört zu den wenigen, die dieses Feld aus einer fotografischen Handwerksperspektive heraus entwickeln. „Lone Volcano" zeigt, was passiert, wenn all das in einen Islandurlaub mitreist – und niemand einen Auftrag erteilt hat.