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Macphun Noiseless - Raus mit dem Rauschen

Hohe ISO-Werte sind in - bei einigen Kameras geht es schon ganz lässig in den Millionenbereich. Was dabei gern vergessen wird: Hohe ISO-Werte sorgen gern auch für ein störendes Bildrauschen, das im schlimmsten Fall das Foto ruinieren kann. Hier kommt Noiseless von Macphun Software ins Spiel.

      Noiseless - Vorher - Nachher

Ein typischer Anwendungsfall für Noiseless: Die relativ dunkle Szenerie erfordert einen hohen ISO-Wert. D800 mit 24-70mm, f/3.5, 1/60sec, ISO 2800. © Faces of Vegas

Heutzutage sehen wir Lobpreisungen über Digitalkameras, die mit geradezu irrwitzigen ISO-Werten aufwarten -  über das damit ebenfalls vorhandene Problem des Bildrauschens spricht man dann nicht so gern und tut so, als sei es eines dieser Probleme, die eine gewisse Faszination des Grauens haben, glücklicherweise aber immer nur bei anderen auftreten.

Dabei gibt es längst einen erheblichen Bedarf nach guten Lösungen zum Entrauschen von Aufnahmen und die präsentierten Ansätze reichen von der in die Bildverwaltung eingebaute simple Lösung mit ein oder zwei Reglern bis zu Plug-ins, die uns auffordern, Messpunkte zu setzen, um das Bild zu analysieren.

Ganz glücklich fällt keine dieser Lösungen aus: die simplen Regler sorgen oft für unbefriedigende Ergebnisse, die komplexeren Tools erfordern etwas Sachkenntnis und arbeiten recht langsam. Das beste aus beiden Welten will Macphuns Noiseless für Mac bieten: Hier gibt es sowohl Ein-Klick-Vorgaben, um besonders zügig arbeiten zu können als auch einen Satz an Reglern, um nahezu jeden Aspekt der Entrauschung beeinflussen zu können.

Register - Noiseless

Die zwei Welten von Noiseless: Die Ein-Klick-Voreinstellungen (links) und das Anpassen-Register mit seinen Reglern zur Feinabstimmung (rechts). © Faces of Vegas

Entrauschen ist dabei nicht nur etwas für wirklich starkes Bildrauschen bei sehr hohen ISO-Werten, sondern wirkt sich, moderat eingesetzt, auch positiv auf ganz alltägliche Aufnahmen aus. Noiseless verfügt daher über eine ganze Palette an Voreinstellungen, mit denen sich nicht nur die Ausreißer oberhalb 3200 ISO säubern, sondern auch ganz normale Schnappschüsse verbessern lassen.

Voreinstellungen in Noiseless

Auch bei auf den ersten Blick rauschfreien Aufnahmen kann man mit Noiseless noch eine kleine Verbesserung herauskitzeln. Hier wurde die Voreinstellung Dezent genutzt. D800 mit 70-200mm, f/3.2, 1/50sec, ISO 400. © Faces of Vegas, Model: Veronica Augustijn (https://www.facebook.com/sdodip-292295344135881/)

Als Bestandteil des Creative Kit ist Noiseless damit eine gute Ergänzung zum Workflow und lässt sich beispielsweise hervorragend im Zusammenspiel mit Intensify, dem Klarheits-Werkzeug von Macphun, einsetzen.

Die Bedienung von Noiseless ist Macphun-typisch sehr übersichtlich gehalten: die Oberfläche wird von einem großen Vorschaufenster dominiert, in dem Ihr in Echtzeit die jeweilige Wirkung der Entrauschung verfolgen könnt und einem Werkzeugregister auf der rechten Seite, das Ihr wahlweise mit den Voreinstellungen oder im Modus Anpassen nutzen könnt. Neben den üblichen Bildansichten bietet das Vorschaufenster auch eine Split-Ansicht mit einem Vorher/Nachher-Schieber.

Wie für die Macphun-Anwendungen üblich, lässt sich Noiseless in der „Pro“-Version aus dem Webshop sowohl als eigenständige Anwendung als auch als Plug-in für Adobe Photoshop, Lightroom, Apple Aperture oder Apple Fotos einsetzen. In der Standalone-Version kann Noiseless über den eingebauten RAW-Prozessor auch direkt mit den ursprünglichen Kameradaten arbeiten. Neben RAW-Daten verarbeitet Noiseless auch TIFF-Dateien in 8 und 16 bit, PNGs und natürlich JPEGs.

Voreinstellung "Extrem"

Die Voreinstellungen von Noiseless können auch stark rauschende Bilder retten. Hier eine Beispielaufnahme mit einer D5 mit 35mm, f/8.0, 1/1000sec., ISO 32000. © Faces of Vegas

Noiseless setzt in erster Linie auf die gut ausgearbeiteten Voreinstellungen. Hier reicht bereits ein Klick aus, um bereits gute Ergebnisse zu erzielen, die in vielen Fällen vollständig ausreichen. Wechselt Ihr auf das Register Anpassen, könnt Ihr die Einstellungen jetzt noch nach Euren Wünschen feineinstellen.

Diese eigenen Einstellungen lassen sich auch als eigene Favoriten ablegen, so dass beispielsweise eine einmal getroffene Justierung für eine Bildserie problemlos immer wieder aufgerufen werden kann.

Am unteren Ende der Werkzeugleiste kann man nun noch auswählen, ob größere Bereiche (Global), normale Bildarbeiten (Lokal) oder Detailbereinigungen (Dynamisch) durchgeführt werden sollen. Was die einzelnen Schalter bedeuten, zeigt Snapheal auch jeweils mit einer kleinen Pop-Up-Meldung an. Außerdem kann man noch die Präzision der Bildbereinigung auswählen.

Vergleich Entrauschen in Lightroom und Noiseless

Im direkten Vergleich mit Lightrooms Entrauschung kann Noiseless (hier in der Voreinstellung Extrem) bei unserer Testaufname mit ISO 32000 noch eine Spur mehr Details herausarbeiten und zeigt ein etwas stimmigeres Bildergebnis. © Faces of Vegas

Natürlich mag man sich fragen, ob es denn nötig ist, ein gesondertes Entrauschen-Werkzeug einzusetzen, wo doch Lightroom (und viele andere Programme) bereits eine eigene Lösung anbietet. Die Ergebnisse von Lightroom sind auch beileibe nicht schlecht, in unserem Test konnte Noiseless aber doch das ausgewogenere Ergebnis präsentieren und erlaubt über sein Anpassen-Register auch eine deutlich detailliertere Kontrolle des Bildergebnisses.

Noiseless - Anpassen

Die Entrauschungsleistung ist bei Aufnahmen wie dieser hier ganz erstaunlich. Das stark rauschende Original (ISO 12800) konnte komplett gesäubert werden, der Detailverlust ist minimal. © Faces of Vegas

Natürlich kommt es bei der Entrauschung immer auf das individuelle Bild an – man muss sich etwas an den der „Sweet Spot“ heranarbeiten, bei dem das Rauschen weitgehen eliminiert ist und die Details noch nicht zu sehr verloren gehen. Hier kann Noiseless mit guten Ergebnissen punkten und schafft es bei der Mehrzahl der Fotos tatsächlich, das Bildrauschen fast vollständig zu entfernen und Details und Schärfe zu erhalten, vor allem, wenn man sich etwas Zeit nimmt und mit den Reglern in Anpassen experimentiert.

Noiseless überzeugt von den Ergebnissen und auch durch das Bedienkonzept, das auch den „Gelegenheits-Entrauscher“ nicht vor unlösbare Probleme stellt. Die Software arbeitet schnell und ist gut im Zusammenspiel mit den anderen Anwedungen des Creative Kit einsetzbar. Angenehm ist, dass man mit der Standalone-Version direkt it den RAW-Daten arbeiten kann und das Ergebnis direkt an eine der anderen Macphn-Anwendungen übergeben oder sogar sofort in verschiedenen Social Media posten kann.

Die Anwendung bügelt Bilder dabei nicht nur einfach glatt (auch, wenn das in den höchsten Einstellungen möglich ist), sondern erlaubt relativ subtile Verbesserungen.

Macphun Software

Noiseless ist,  wie die meisten Macphiun-Produkte, in zwei Versionen erhältlich:

Noiseless als reine Mac-App kostet 9,99 Euro und ist exklusiv in Apples App Store erhältlich.

Noiseless für Mac ist für 54.99 Euro (inkl. MwSt.) als Downloadversion im Webstore von Macphun zu beziehen und ist und ist als Standalone sowie Plug-in für Adobe Photoshop, Adobe Lightroom und Apple Aperture einsetzbar und kann als Erweiterung in Apples Foto-App eingebunden werden.

Noiseless ist auch Bestandteil des Creative Kit Bundle, das zusätzlich Tonality, Intensify, Snapheal, Focus und FX Photo Studio beinhaltet und zum Preis von 119.99 Euro (inkl. MwSt.) im Macphun-Webstore erhältlich ist.

Noiseless ist kompatibel mit Mac OS 10.9 und höher und benötigt mindestens 182 MB Platz auf der Festplatte.

Alle hier gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht des Autors.

Torsten hat in unserem Blog auch schon weitere Tools von Macphun vorgestellt, seine Beiträge lest Ihr hier:

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29. Juni 2016 - 9:37

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