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Gitarren in freier Wildbahn

Diesmal geht es um ein konkretes Projekt, das ich zusammen mit einem befreundeten Gitarristen realisiert habe. Hier möchte ich einfach mal einen Blick hinter die Kulissen eines Projektes zeigen, das sich insgesamt über fast ein Jahr erstreckt hat.

Die Aufgabenstellung war, eine umfangreiche Gitarrensammlung an unterschiedlichen Locations in Szene zu setzen. Ein Teil der Aufnahmen entstand im Studio, aber einige Szenen wollten wir auch in der freien Natur realisieren.

Country & Western Shooting Outdoor

Die Planung

Insgesamt waren 14 Gitarren am Start. Ideen für eine passende Location zu finden, die auch zum musikalischen Repertoire passt, war nicht wirklich das Problem.

Die passende Örtlichkeit dann aber auch in erreichbarer Nähe zu finden, schon eher. Glück hatten wir mit dem Thema Blues, hier fanden wir recht schnell ein altes, verlassenes Bahngelände, das eine unglaubliche Vielzahl an fotogenen Details bereitstellte und die Railroad-Atmosphäre bot, die wir uns vorgestellt hatten. Alte Bahnwagons, überwucherte Schienen, verrostete Werkzeuge usw.

Für das Thema Country and Western mussten wir dann allerdings doch bis in die Niederlande fahren, um eine Umgebung zu finden, die unseren Vorstellungen von Weite und Wüste entsprach.

Weitere Aufnahmeorte fanden wir aber glücklicherweise relativ nah auf einer Burgruine, an einem stillgelegten Steinbruch, den wir auch mit dem speziell für das Shooting geliehenen Cadillac befahren konnten und gleich um die Ecke im Stadtpark an einer Stelle, die von Sprayern intensiv genutzt wurde.

Gitarrenshooting im Bahnwaggon

Sicherheit vor Ort

Das große Problem beim Fotografieren von Gitarren ist: sie stehen nicht von allein, sondern benötigen eigentlich einen sicheren Gitarrenständer. In vielen Fällen konnten wir zwar die Instrumente an vorhandene Dinge anlehnen, aber leider war das nicht immer möglich.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, experimentierten wir mit den unterschiedlichsten Lösungen und entschieden uns zum Schluss für einen modifizierten Gitarrenständer mit gekürzten Beinen und einem Zusatzgewicht, das wir von einem Galgenstativ zweckentfremdeten.

So konnten wir die Instrumente wenn nötig auch frei im Raum aufstellen, ohne dass eine Befestigung sichtbar wurde. Zur Sicherheit wurden alle Gitarren zusätzlich mit dünnen Nylonfäden gesichert und mit kleinen Moosgummistücken oder Stoffstreifen unterlegt, um den empfindlichen Lack zu schützen.

Gitarrenständer - Outdoorshooting

 

  Sturzgefahr beim Outdoorshooting

Vorsicht: Sturzgefahr

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen stand immer jemand außerhalb des Bildbereiches bereit, um die teuren Instrumente im Notfall vor einem Sturz zu bewahren.

Transportprobleme

Auch wenn Gitarren nicht zu den wirklich großen Instrumenten zählen, kommt bei mehreren Gitarren, zusammen mit Gitarrenständern, Lichtequipment, Kamera und Objektiven usw. einiges zusammen, was transportiert werden will. Ist die Location nicht mit dem Auto zugänglich - wie beispielsweise die besagte Burgruine - stand uns vor dem Shooting ein längerer Fußmarsch bevor, der sich teilweise über einige Kilometer erstreckte. In dem niederländischen Naturschutzgebiet konnten wir wenigstens ein Pferd mitnehmen (Danke an Jolly an dieser Stelle), das sich natürlich auch als Modell zur Verfügung stellte.

Es werde Licht

Um eine einigermaßene Kontrolle über die Lichtverhältnisse zu haben, setzten wir bei fast allen Aufnahmen ein oder zwei Systemblitzgeräte zusammen mit einer 50 x 70 cm großen Softbox, einem flash2softbox-Adapter mit Handgriff ein. Teilweise, um besondere Lichtstimmungen wie zum Beispiel zur blauen Stunde auf der Burgruine (Weißabgleich auf Blitzlicht, um die Intensität des Adendlichtes zu intensivieren) zu erzeugen, hauptsächlich aber, um Schatten aufzuhellen oder - wie bei der Aufnahme im Fahrgastraum des Cadillacs - überhaupt zu einer attraktiven Lichtstimmung zu gelangen. Vor allem aber, um die dünnen Saiten der Gitarren sichtbar zu machen und die Konturen der Instrumente hervorzuheben.

Blitzaufbau

Ausgelöst wurde das Blitzgerät über einen normalen Funkauslöser, die Einstellungen an Kamera und Blitzlicht wurden dabei komplett manuell vorgenommen. Den Abschluss des Projektes bildete ein Shooting bei einem Konzertveranstalter, bei dem nochmal alle Instrumente gemeinsam die Bühne betraten. Auch hier kam Blitzlicht zusätzlich zur vorhandenen Bühnenbeleuchtung zum Einsatz. Diesmal aber in Form einer Studioblitzanlage, die aber nur mit reduzierter Leistung und zwei Softboxen eingesetzt wurde, um die Bühnenatmosphäre zu erhalten.

Aufbau Konzertshooting

Veröffentlicht wurden die Aufnahmen in dem Bildband „Jan Henning’s Ojo de Gato“, der zusammen mit seiner CD erschienen ist.

Bluesbird Saiten

 

 

Alle hier gezeigten Fotos und Texte unterliegen dem Urheberrecht des Autors

 

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20. Februar 2015 - 17:02

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