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Blitz-Arrays im Eigenbau

Mehrfachblitzschiene

Da wirklich potente Systemblitzgeräte immer noch eine Seltenheit sind, greifen viele Fotografen auf Lösungen aus mehreren Einzelblitzen zurück. In der Regel werden diese jeweils separat auf Stativen positioniert und über mehrere Funkempfänger ausgelöst. Soweit so gut. Für Shootings, bei denen sich das Motiv nicht groß verändert, ist das eine praktikable Lösung. Manchmal ist es aber notwendig, dass der Fotograf gemeinsam mit dem Licht dem Motiv folgt. Jetzt jedes mal das Licht umbauen, ist mehr als nervig.

Mit einfachen Mitteln lassen sich aber auch mehrere Systemblitzgeräte an der Kamera befestigen.

Material und Werkzeug

Fangen wir mit einer einfachen Halterung für mehrere Blitzgeräte an. Basis ist eine Aluminiumstange von ca. 32 cm Länge, 3 cm Breite und einer Stärke von 5 mm. Passende Stangen erhält man problemlos im nächsten Baumarkt, die notwendigen Rändelschrauben mit ¼ Zoll Gewinde und passende Blitzschuhe im Fachhandel für Fotozubehör.

Material für den Eigenbau

Es ist sinnvoll, vor dem Zusägen der Aluschiene Kamera und Blitzgeräte probeweise nebeneinander zu legen, um sicherzustellen, dass noch genügend Platz für die Hand ist, die die Kamera hält.

Als Werkzeug kommen eine Bohrmaschine mit 6 mm Metallbohrer, eine Eisensäge, eine Metallfeile und etwas Schleifpapier (um die Sägekanten zu entgraten) zum Einsatz.

Ein Streifen Moosgummi, mit Sekundenkleber auf die Aluschiene geklebt, schützt die Kamera und sorgt zusätzlich dafür, dass sich die Halterung nicht verdreht.

Schlussendlich muss nur noch alles zusammengeschraubt und an der Kamera befestigt werden. Durch das Verschwenken der Reflektoren am Blitzgerät lassen sich auch direkte und indirekte Beleuchtung kombinieren. Auch Farbakzente lassen sich setzen, indem man einen Blitz mit einer Farbfolie ausstattet, während die übrigen eine neutrale Lichtfarbe liefern.

Auslösung

Da es hauptsächlich um ein Mehr an Lichtleistung geht, ist es nicht unbedingt notwendig, dass alle verwendeten Blitzgeräte TTL-fähig sind. Einfache Geräte mit integriertem bzw. separatem Servoauslöser blitzen einfach mit, wenn das Hauptblitzgerät ausgelöst wird. Eine Alternative ist aber auch die Auslösung per Kabel und einem passenden Verteiler.


Auslöser

Selbstverständlich lassen sich diese Arrays auch losgelöst von der Kamera verwenden, etwa um in Kombination mit einer Schirmsoftbox weiches Licht zu erhalten.

Blitzschiene mit Schirmbox kombiniert

Leitzahl berechnen

Die Gesamtleistung der verwendeten Blitzgeräte lässt sich nun wie folgt berechnen: Wurzel aus (Leitzahl 12 + Leitzahl 22 + Leitzahl 32).

Das bedeutet: beim Einsatz von drei Blitzgeräten mit Leitzahl 30 wird nach der Formel eine gemeinsame Leuchtstärke von Leitzahl 52. Bei dem weiter unten zu sehenden Array aus sieben Nikon SB 25/26 ergibt das eine Leitzahl von 79, damit lässt sich schon gegen helles Sonnenlicht anblitzen.

Mehr Stabilität durch ringförmige Anordnung

Eine Platzierung der Blitzgeräte neben der Kamera mit Hilfe der oben beschriebenen Aluschiene ist zwar einfach, beschränkt aber die Anzahl der Blitzgeräte auf drei, da weitere Blitzgeräte zu weit außen liegen würden. Eine deutlich kompaktere und weniger kippanfällige Lösung ist das ringförmige Anordnen der Blitzgeräte um das Objektiv.

 

Blitzring Flash2Softbox

3-fach- Blitz

Für die hier gezeigte Lösung habe ich einen flash2softbox-Adapter passend modifiziert, man kann sich jedoch auch ein Stück Aluminiumrohr beim örtlichen Metallbauer besorgen und einen passenden Metallwinkel anschweißen lassen.

Zugegeben, bei der Verwendung von sieben Blitzgeräten wie im Bild unten ist es sinnvoller, das Array auf ein Stativ zu setzen und durch den Ring zu fotografieren, da eine solche Konstruktion ein Gesamtgewicht von etwa 3,5 kg  haben würde. Ein Ring aus sieben kleinen Zusatzblitzgeräten ist aber durchaus noch „tragbar“ und liefert bei Portrait- oder Makroaufnahmen fast die Charakteristik eines Ringblitzgerätes aber deutlich mehr Lichtpower.

Multiflashring

Blitzring

 

Viel Spaß beim Nachbauen wünscht Euch Cyrill.

Alle hier gezeigten Texte und Fotos unterliegen dem Urheberrecht des Autors.

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27. Januar 2015 - 12:04

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