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Reisen und Fotografieren auf Kuba

Kuba boomt. Kuba ist anders. Die Karibikinsel mit den pittoresken Oldtimern und der morbiden Architektur ist ein Land mit einer unendlichen Fülle an Fotomotiven. Seit 1959 wirtschaftlich so gut wie abgeschnitten von der nicht-kommunistischen Außenwelt, scheint die Zeit hier stehengeblieben zu sein.

Oldtimer aus den 50ern in Kuba

Oldtimer aus den 1950ern - auf Kuba begegnen sie einem an jeder Ecke

Mit der Annäherung des Castro-Regimes an die USA, gemäßigten innenpolitischen Reformen  und der fortschreitenden Öffnung nach außen ist abzusehen, dass der kommunistische Inselstaat sich in Zukunft stark verändern wird.

Reisen und Fotografieren auf Kuba

So erlebt das spanischsprachige Land aktuell einen unglaublichen Tourismus-Boom. Wer Kuba noch im jetzigen Zustand erleben und fotografisch erkunden will, sollte sich bald auf den Weg über den großen Ozean machen. Auch wenn es nicht ganz so schnell gehen wird, wie manche denken, sind die Veränderungen durch den Tourismus bereits jetzt schon zu spüren.

Ich bin im November letzten Jahres knapp 3 Wochen auf eigene Faust durch das Land gereist und möchte Euch hier und in einem weiteren Blogbeitrag ein paar Tipps zum Reisen und Fotografieren auf Kuba geben. Heute geht es um praktische Tipps zur Planung Eurer Kubareise, im zweiten Teil folgen Infos zu einzelnen Städten und Regionen und zu Fotomotiven.

Reisen und Fotografieren auf Kuba

Reisezeit und Klima

In Kuba ist es ganzjährig warm und es herrscht ein tropisches Savannenklima mit recht hoher Luftfeuchtigkeit. Von Mai bis Oktober gibt es eine regnerische Jahreszeit und es kann sehr schwül werden, von November bis April ist es trockener und etwas kühler  (zwischen 25 und 30 Grad, die Temperaturen sinken aber auch Nachts kaum unter 20 Grad). Ich war von Mitte November bis Anfang Dezember dort und habe fast nie einen Pullover oder eine Jacke gebraucht. Die Wassertemperaturen lagen bei badewannenwarmen 27-30 Grad. Eine Klimatabelle mit Temperaturangaben zu jedem Monat findet Ihr bei Wikipedia.

Fotogafieren auf Kuba

Auch in der Trockenzeit kann es mal heftig regnen. Aber es ist schön warm dabei :-)

Einreisebestimmungen

Für die Einreise nach Kuba benötigt man eine Touristenkarte, die man normalerweise von der Fluggesellschaft am Abflugschalter erhält. Damit ist ein 30tägiger Aufenthalt im Land möglich. Des Weiteren wird ein noch 6 Monate gültiger Reisepass benötigt.

Geld

In Kuba gibt es aktuell zwei Währungen. Eine Währung für Einheimische (Peso Cubano, CUP), eine für Touristen (Peso Convertible, CUC, 1 CUC entspricht ungefähr 1 EUR). Am besten nimmt man ausreichen Bargeld mit (in Euro! - auf den Umtausch von US Dollar wird eine 10%ige „Strafgebühr“ erhoben) und tauscht dieses am Flughafen, im Hotel oder in einer Bank in CUC. Tipp: Geld immer genau nachzählen.

Schlange stehen gehört auf Kuba dazuViel zu kaufen gibt es nicht in den Geschäften

Schlange stehen gehört in Kuba dazu. Viel zu kaufen gibt es nicht in den Geschäften.

Außerdem empfehle ich, einen kleinen Betrag (ca. 10 EUR) in einer CADECA-Filiale in kubanische Pesos zu tauschen, da Ihr damit an Straßen-Pizza-Ständen für kleines Geld essen oder auf Bauernmärkten Obst oder Gemüse kaufen könnt. Ansonsten gibt es eigentlich in Kuba nicht viel zu kaufen. Geschäfte, wie wir sie kennen, sind kaum vorhanden und wenn, haben sie keine Ware.

Mit Kreditkarten kann man übrigens nur ganz selten zahlen. In den großen Städten gibt es Geldautomaten, an denen man mit Kreditkarten Geld abheben kann (keine amerikanischen Kreditkarten), allerdings funktionieren sie nicht immer. Bei mir hat es mit der VISA Karte funktioniert.

Strom und Internet

Um Eure Akkus, Handys und Tablets aufzuladen, braucht Ihr einen entsprechenden Adapterstecker. Die Stromversorgung ist instabil und fällt ab und zu mal aus. Dann kann man in der Bank auch kein Geld abheben.

Es gibt Internet, aber nur an ausgewählten Stellen. Die Privatunterkünfte haben meistens keinen Internetanschluss.

In großen Hotels oder an den ETECSA Filialen kann man Zugangskarten für WIFI kaufen, sie kosten ca. 1 EUR für 30 Minuten. Dann muss man sich einen Platz suchen, an dem es WIFI gibt und sich dort mit seinem mobilen Gerät einloggen (meistens ein öffentlicher Platz oder ein Hotel - das erkennt man daran, dass dort jede Menge Menschen mit Handys, Tablets und Laptops sitzen). Um an die Karten zu kommen, muss man üblicherweise eine ganze Weile Schlange stehen.

Hier ist ein Platz, an dem es Internet gibtKein Wunder, dass die Stromversorgung ab und zu zusammenbricht

Hier ist ein Platz, an dem es Internet gibt. Allerdings bricht die Stromversorgung ab und zu zusammen. Und um an die Wifi Karten zu kommen, muss man Schlange stehen.

Schlange stehen für WIFI Karten

Sicherheit

Momentan gilt Kuba noch als sehr sicheres Land. Das liegt an der starken Polizeipräsenz und Überwachung sowie an den hohen Strafen, die die Straftäter erwarten. Ich habe mich die ganze Zeit ziemlich sicher gefühlt und bin überall auf sehr freundliche und hilfsbereite Menschen gestoßen. Die Kriminalität steigt allerdings analog zum wachsenden Touristenstrom.

Die Menschen auf Kuba lassen sich gerne fotografieren

Anreise und Transport

Es gibt auf Kuba 10 internationale Flughäfen. (Havanna, Varadero, Santa Clara, Holguín, Santiago de Cuba, Cayo Largo, Cienfuegos, Ciego de Ávila, Cayo Coco, Camagüey, Guantánamo). Verschiedene Fluglinien fliegen Kuba von Deutschland aus an, darunter auch die Billigfluglinie Eurowings (die bei meinem Rückflug allerdings 29 Stunden Verspätung hatte). Günstige Flüge könnt Ihr über Reisesuchmaschinen im Internet recherchieren. Die Flugzeit beträgt bei einem Direktflug von Köln nach Varadero z.B. 10-11 Stunden. In Kuba gilt die Zeit MEZ – 6 Stunden, es ist als 6 Stunden früher als bei uns.

Vor Ort kann man entweder einen Mietwagen mieten (Vorsicht, zu den vermeintlich günstigen Preisen kommen noch sehr hohe Zusatzgebühren) oder mit dem Touristenbus fahren. Verbindungen und Fahrpläne findet Ihr hier: www.viazul.com.

Wenn Ihr Euch dort ein Konto anlegt, seht Ihr auch direkt, wie viele freie Plätze es für die Verbindung noch gibt. Ich habe alle meine Tickets bereits von Deutschland über das Internet gebucht und per Kreditkarte bezahlt, was sich ausgezahlt hat, da viele Busse vor Ort über Tage hinweg bereits ausgebucht waren. Die Busse sind komfortabel, haben Klimaanlagen und waren tatsächlich immer pünktlich.

Wichtig: Aufgrund des Touristenbooms ist es anscheinend momentan auf Monate hinaus vor Ort kaum mehr möglich, Mietwagen zu bekommen - also unbedingt von Deutschland aus organisieren. Das Gleiche gilt für die Busse, auch hier steht nur eine begrenzte Ticketzahl zur Verfügung.

Eine weitere Möglichkeit ist, sich mit den Oldtimer-Taxis von Ort zu Ort fahren zu lassen. Ihr könnt Euch auch Taxis teilen. Die Preise sind - wenn Ihr mit zwei oder mehr Personen fahrt, noch moderat und liegen häufig nicht viel über den Buspreisen.  Allerdings ziehen die Taxipreise gerade stark an. Für kleinere Strecken gibt es Fahrradrikschas, Bicitaxi genannt.


Bicitaxi

Die Taxis sind nicht immer im besten Zustand. Hier kann es auch aufgrund technischer Problem öfter mal zu Fahrpausen kommen.

Die Taxis sind nicht immer im besten Zustand

Unterkünfte und Essen

Die Hotels sind staatlich und meistens in einem miserablen Zustand. In manchen Hotels ist das Essen schier ungenießbar. Viel besser wohnt man in den Casas Particulares, den Privatunterkünften. Seit einiger Zeit erlaubt die kubanische Regierung ihrer Bevölkerung, kleine selbständige Betriebe zu führen. Die meisten Casas vermieten ein, zwei oder drei Zimmer, jeweils mit eigener Toilette und Bad und oft mit einem Kühlschrank. Viele Vermieter bieten Frühstück und Abendessen für die Gäste an, das von allen gemeinsam eingenommen wird.

Die Preise liegen bei 20-35 EUR pro Zimmer/pro Nacht, die Mahlzeiten zwischen 3 und 5 EUR für das Frühstück und 8-12 EUR für das Abendessen. Ideal für Individualreisende, da man hier auch andere Reisende kennen lernt. Die meisten Vermieter sind außerdem bei der Organisation von Ausflügen und Aktivitäten behilflich.

Frühstück in der Casa Particular

Frühstück in der Casa Particular. Es fehlen noch die Rühreier.

Nur Casas Particulares, die eine gültige Lizenz haben, dürfen an Ausländer vermieten. Ihr erkennt sie an einem Zeichen am Haus, dem umgedrehten blauen Anker. Die Meldepflichten auf Kuba sind sehr streng und wer sie nicht einhält, kann mit ernsthaften Problemen und Strafen rechnen.

Der blaue Anker - das Zeichen für lizensierte Casas Particulares auf Kuba

Der umgedrehte blaue Anker - das Zeichen für lizensierte Casas Particulares auf Kuba

Auch hier ist es sehr zu empfehlen, die Unterkünfte bereits vorab zu buchen, denn viele Casas Particulares sind momentan für Wochen und Monate im Voraus ausgebucht. Ich habe meine Unterkünfte z.B. über folgende Portale gebucht.

www.bbinnvinales.com
www.bandbcuba.de
www.mycasaparticular.com (hier wird eine Provision fällig)

Anders als wir es gewohnt sind, dauert es ca. 24-48 Stunden, bis man eine Rückmeldung erhält, ob die angefragte Unterkunft noch frei ist.

Ebenfalls privat betrieben sind die Paladares, kleine Restaurants, in denen man gut essen kann. Hier muss man meistens vorab reservieren, da sie nur wenig Tische haben.

Paladares - privat betriebene Lokale. Vorher reservieren!

Paladares - privat betriebene Lokale. Vorher reservieren!

Fotoausrüstung

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Canon 6D Vollformatkamera oder die kleine und unauffällige Olympus OM-D E-M10 einpacken sollte. Da ich alleine reiste und ich viel auf der Straße fotografieren wollte, entschied ich mich für die Olympus. Ich habe es nicht bereut, denn so fiel ich mit meiner Kamera nicht besonders auf, wenn ich durch die Straßen von Havanna, Trinidad oder Cienfuegos gezogen bin und ich hatte auch nicht ständig Angst, beklaut zu werden.

Mit ins Gepäck kamen das 14-42mm und 40-150mm Kit Objektiv, eine 45mm, f/1.8 Festbrennweite und eine 19mm, f/2.8 Festbrennweite, ein kleines Reisestativ, Fernauslöser, Pol- und ND-Filter, Speicherkarten, Akkus, Akkuladegerät, Microfasertücher, Netbook und eine externe Festplatte. Und natürlich mehrere Adapterstecker für die Steckdose. Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber für mich hat es gut gepasst.

Tipps zur Fotoausrüstung auf Reisen findet Ihr auch in diesem Film Der Stilpirat - Ausrüstung Reisefotografie mit Steffen Böttcher

Im nächsten Teil erzähle ich Euch dann mehr zu meiner Reiseroute und zu lohnenden Fotomotiven.

Alle hier gezeigten Texte und Fotos unterliegen dem Urheberrecht des Autors.

Wenn Ihr gerne auf Fotoreisen geht, schaut Euch doch auch diese Filme an:

Reisefotos planen via Mindmap

mit der Spiegellosen Kamera unterwegs

Bilderdaten auf Reisen verwalten

Kamera für Reisen optimieren

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Equipment für die Reise

 

 

 

 

 

 

 

 

12. April 2016 - 10:04

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