Themen in einem essayistischen Dokumentarfilm realisieren

Wie findet man ein fotografisches Thema?
Aufzeichnung der Live-Session mit Matthias Leupold
Matthias Leupold und seine inszenierten Fotografien
Inszenierte Fotografie
Abenteur Natur mit Fotografin Beate Oswald
Abenteuer Natur: Fotografie in extremen Regionen
Karsten Enderlein über seine Fotografie
Aufzeichnung der Live-Session mit dem Fotografen
Storytelling auf Fernreisen mit Martin Leonhardt
Live-Session mit Martin Leonhardt
Viola Epler - Fotografie zwischen Wahrnehmung und Raum
Zwischen Ort und Bild - Aufzeichnung der Livesession
Hauptmotiv in Photoshop vom Hintergrund abheben
Photoshop-Tutorial mit Olaf Giermann
Gestaltungsmöglichkeiten dank Filter mit dem Smartphone
Filter für die Fotografie mit dem Smartphone
Play it again...
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1 h 02 m 55 s
25.06.2026

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Der essayistische Dokumentarfilm

Live-Session mit Prof. Matthias Leupold

Wie erzählt man komplexe Themen in dokumentarischer Form – ohne plattes Nacherzählen, aber auch ohne ins Abstrakte zu kippen? In diesem zweiten Teil seines zweiteiligen Gesprächs zeigte Matthias Leupold, wie sich persönliche, historische und gesellschaftliche Themen in essayistischen Dokumentarfilmen filmisch realisieren lassen.

Im Zentrum stehen zwei aktuelle Arbeiten. Beide Filme nähern sich ihren Themen essayistisch, also nicht im Stil klassischer Reportage, sondern mit künstlerischer Freiheit und persönlicher Handschrift.
„Beyond the Berlin Wall“ basiert auf Interviews mit ehemaligen politischen Gefangenen in der DDR und verbindet deren Berichte mit ruhigen, eindringlichen Bildern – ohne dramatische Effekte, aber mit großer erzählerischer Kraft.
„Silent Orange“ führt nach Vietnam, wo bis heute die Spätfolgen von Agent Orange sichtbar sind. Der 15-minütige Film arbeitet mit einer reduzierten, fast poetischen Bildsprache und verzichtet auf erklärende Kommentare – das Visuelle spricht für sich.

Leupold spricht über Recherche und Stoffentwicklung, über den Umgang mit persönlichen und politischen Narrativen, über filmische Gestaltungsmittel – und darüber, wie ein Film Haltung zeigen kann, ohne sich in Aussagen zu verlieren. 

Die Arbeit von Matthias Leupold bewegt sich seit den 1980er-Jahren zwischen Fotografie, Inszenierung und gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Mit seinen szenischen Fotografien, in denen er historische oder biografische Inhalte als bewusst gestaltete Bildräume inszeniert, hat er eine eigene visuelle Sprache entwickelt. Im Bereich des dokumentarischen Essayfilms gelingt es ihm, diese Bildsprache mit journalistischer Genauigkeit und künstlerischem Ausdruck zu verbinden.

Als Host der Session war Antje Terhaag dabei

Prof. Matthias Leupold wurde 1959 in Berlin geboren. Er wandte sich der Fotografie 1983 zu, nachdem er ein Jahr zuvor in der DDR mit der damaligen Nomenklatura in Konflikt und in Untersuchungshaft geraten war. 1986 erfolgte die legale Übersiedlung nach West-Berlin. Von 1987 bis 1994 studierte er Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin und schloss als Diplom-Designer und Meisterschüler ab. Er erhielt zahlreiche Arbeitsstipendien, unter anderem in der Villa Massimo in Rom (1997/98). Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen szenische Fotografie und essayistische Dokumentarfilme. Seit 1983 wurden seine fotografischen Arbeiten in Deutschland, Italien und den USA ausgestellt. Seine Filme liefen auf zahlreichen internationalen Festivals in Asien, den USA und Europa und wurden in New York und Los Angeles mit Preisen ausgezeichnet. Als Hochschulmitgründer lehrt Matthias Leupold Fotografie und Dokumentarfilm an der University of Europe for Applied Sciences in Berlin. Zudem bietet er Foto- und Videoworkshops in Vietnam, Albanien, Italien und auf den Galapagos-Inseln an.

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