Benutzername:
Passwort:

Benutzeranmeldung

Detlef Orlopp

Eine Retrospektive und ihre Entstehung

3.626505

Zusammenfassung:

Die Alfred-Ehrhardt-Stiftung zu Gast im Forum für Fotografie

Detlef Orlopp, Jahrgang 1937, kann auf 50 Jahre fotografische Arbeit zurück blicken. Anlass für die umfassende Retrospektive mit etwa 90 Fotografien in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung und im Forum für Fotografie ist sein 70. Geburtstag im Februar 2007.

Detlef Orlopps Fotografien sind verhaltene Bilder, die die Erfahrung des wiederholten Sehens benötigen. Man muss ihre Fremdheit erst durchdringen, ehe sie sich öffnen. »Die große Schönheit ihrer Nuancierungen und ihrer formalen Rhythmik kann nicht über diese Fremdheit hinwegtäuschen, macht sie vielleicht nur tiefer«, beschrieb Helmut Heißenbüttel den verschlossenen Charakter von Detlef Orlopps zarten Seestücken und monolithischen Berglandschaften.

Detlef Orlopp studierte ab 1956 an der Werkkunstschule in Saarbrücken bei Otto Steinert, dem in Westdeutschland einflussreichsten Mentor der Fotografie der Nachkriegszeit, und folgte diesem 1959 an die Folkwangschule nach Essen. 1961 erhielt er einen Lehrauftrag an der Werkkunstschule Krefeld, der später in eine Professur mündete, die er bis zu seiner Emeritierung innehielt. Steinert-Schüler ist Orlopp dahin gehend, dass er sich auf die fotoimmanente Abbildungsschärfe besann und einen diagnostisch-analytischen Stil entwickelte, den er selbst später als »Saphirkälte« bezeichnete. Er pflegte jedoch keine gestaltend-experimentelle, »subjektive Fotografie«, wie Steinert sie in Rückbesinnung auf die Avantgardefotografie der 1920er Jahre lehrte. Stattdessen hielt er sich stets an das konstruktive Prinzip der Architektur und der Bildhauerei. Noch ausschlaggebender war der Eindruck durch die Malerei, den 1959 die Ausstellung abstrakter Expressionisten in Paris und die Documenta II hinterließen.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum Orlopp die Fotografie als Beschränkung erfährt. Er versucht, die technischen Grenzen des Apparats zu überschreiten und konstruktive Prinzipien der Bildenden Kunst zu integrieren. Seine Fotografien sind Lichtzeichnungen, die den malerischen Gestus mit einem konkreten Bildaufbau verbinden. Sie sind Landschafts-Chiffren, die nicht Abbilder schaffen, sondern sich zu einer von der Wirklichkeit autonomen Bild-Realität konstituieren.

Anlässlich der Retrospektive, komponierte Detlef Orlopp seine Fotografien zu neuen Kunstwerken. Gemeinsam mit der Kuratorin Christiane Stahl wurden Werke, die scheinbar keine Verbindung miteinander haben, zu Bildergruppen zusammengestellt. Detlef Orlopp geht in diesem Beitrag auch darauf ein, wie der schwierige Prozess der künstlerischen Umsetzung einer Ausstellung vonstatten geht und wie verschiedenartige Fotografien beim Hängen miteinander kombiniert werden können, dass ein gänzlich neuer Bildeindruck entsteht.

Kommentare

Aufgepasst!

Das war wohl einer der besten Beiträge von FotoTV.

Vorab muss ich sagen daß, wer die amerikanischen Meister der S/W Landschaftsfotografie kennt, Orlopp's Bilder keinen vom Hocker reißen. Sorry, aber ich bin nicht beindruckt.

Aber darum geht es hier nicht. Was hier sehr gut gezeigt wurde ist wie Bilder zusammen sich ergänzen können. Die Amerikaner nennen das 'panels'. Bilder zu kombinieren ist eine Kunst. Bilder zu erstellen die zusammen gehören auch. Das Zusammenspiel aller ist mehr als die Summe des Ganzen! Sehr beindruckend!!!

danke!

und wieder ein sehr feiner film...auch die einlassungen, wie eine austellung gebaut wird...äusserst spannend...

auf die kritik von riambrec "Vorab muss ich sagen daß, wer die amerikanischen Meister der S/W Landschaftsfotografie kennt, Orlopp's Bilder keinen vom Hocker reißen. Sorry, aber ich bin nicht beindruckt."

möchte ich sagen, dass das werk von Orlopp doch ein sehr eigenständiges ist...vergleichende wertung zu "amerikanischen meistern", halte ich für schlichtweg vermessen und falsch...

vs danke!

Darf ein Künstler so hoch stehen, dass er sich nicht mehr gegen andere messen lassen muss? Denn nur dann ist vergleichende Wertung falsch.

vs danke

es geht mir nicht darum, wie hoch jemand steht oder nicht, sondern einfach darum, dass ich es für einen fehler halte das jeweils eigenständige werk von künstlern vergleichend zu werten...ich vergleiche auch keinen picasso mit einem van gogh....

vs danke

Ein Künstler stellt sich immer einem Vergleich. Er tut es während seiner ganzen Karriere und darüber hinaus. Es ist unvermeidbar. Ohne Vergleich gibt es kein 'gut' und kein 'schlecht'. Schlechter als was? Ohne Vergleich gibt es auch keine Verbesserung. Besser als was?

Diese Vergleiche hängen allerdings vom individuellen Betrachter ab. Was ich besser oder schlechter finde ist nicht unbedingt die Meinung eines Anderen, und ich will sie auch keinem aufdrängen. Es ist nur meine Meinung. Aber die Freiheit zu vergleichen ist das Recht eines jeden Betrachters. Künstler sind sich dessen bewusst.

Für mich sind diese Bilder nicht so gut in ihrer visuellen Ausdrucksweise als Bilder von Ansel Adams. Für mich sind sie zu einfach und zu simpel. Das Arrangement der Bilder als Serie finde ich aber genial!

Diese Aussage reflektiert meinen Eindruck und ist nicht vermessen, und kann auch nicht falsch sein, da es nur ein Eindruck ist. Einen persönlichen Eindruck 'falsch' zu nennen ist falsch.

vs danke

diese dogmatische sicht auf die kunst ist mir zu simpel, sorry, kunsthistorisch und wissenachaftlich auch nicht haltbar...sondern einfach eine persönliche ansicht, die sei respektiert, allerdings nicht akzeptiert...

allein die völlig verallgemeinernde aussage: ""Vorab muss ich sagen daß, wer die amerikanischen Meister der S/W Landschaftsfotografie kennt, Orlopp's Bilder keinen vom Hocker reißen."

da liegt die formulierung auf "keinen"

das ist anmassend.

vs danke

Genug gesagt.
Du hast mich als vermessen, falsch, dogmatisch und anmassend bezeichnet. Mir reicht's. Das ist die Sache nicht wert. Wir sind uns einig nicht einig zu sein.

Nichts für Ungut, aber es gibt noch viele andere Beiträge bei FotoTV, und die sehe ich mir jetzt auch noch an.

Schönen Tag noch.

Klar und inspirierend

Prof.Orlopps Bilder halte ich für etwas Besonderes, weil sie auf interessante Weise Ansichten der Erde zeigen. Sie sind ganz klar - im doppelten Sinne des Wortes- komponiert und sicherlich nicht "eben mal so" entstanden. Es ist echte Fotokunst.

Hervorragend ist auch seine sprachliche Ausdrucksweise in dem Beitrag: Einfach, klar, inspirierend und positiv...wie seine Bilder.