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Unscharfes Hintergrund noch unschärfer machen

Hallo, habe ein Canon 550d EOS mit EFS 18-55mm Objektiv, da hätte ich ne Frage: Worauf soll ich achten wenn ich die Person scharf haben will und den Hintergrund sehr unscharf? zur Zeit kriege ich nur Fotos hin wo der Hintergrund nur leicht unscharf ist!

Brauche ich ein anderes

Brauche ich ein anderes Objektiv, wenn ja! Welches wäre gut für aufnahme von Mensche und Tiere(in Bewegung)?

Erstmal in den AV-Modus wechseln

Hi,

ein neues Objektiv würde ich nicht unbedingt sofort kaufen. Die Schärfentiefe hängt in erster Linie von der verwendeten Brennweite und der eingestellten Blende ab. Dabei gilt:
1. Je länger die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe (bitte nicht den Crop einrechnenen - der "bewirkt" gegenteiliges - dazu später mehr)
2. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geriner die Schärfentiefe.

Das Bringt uns bei der Kamera zu folgenden Einstellungen:
1. Objektiv auf 55mm zoomen
2. Blende ganz auf (dürfte bei dem Glas F5.6 sein)

Damit ist die Kamera für eine geringe Schärfentiefe vorbereitet. Um jetzt den Hintergrund richtig unscharf zu bekommen und das Model scharf, solltest du darauf achten,
1. das Model so weit wie irgend möglich vom Hintergrund entfernt auf zu stellen. Also nicht, wie bei den meisten Familienfotos direkt an die grüne Hecke, sondern ruhig mal 10, 20, 50 Meter entfernt.

2. Zudem solltest du noch versuchen so dicht wie nur möglich an das Model heran zu gehen. Auch ruhig mal Gesichter/Kopfe anschneiden - sieht teils sehr dynamisch aus.
Hier zeigt sich jetzt auch, warum eine Crop-Faktorkamera etwas hinderlich sein kann - man kommt bei gleicher Brennweite und gleichem Bildausschnitt nicht so dicht an das Model heran, wie bei einer Vollformat-Kamera.

Sollte dir der Hintergrund noch nicht unscharf genug sein, dann muss eben doch ein anderen Objektiv her.
Ein günstiger Einstieg ist das Canon 50mm EF 1.8 II. Die Bilder sind brauchbar scharf, bei abblenden auf F2.8 oder F3.5 sogar wirklich gut. Schade ist der unschöne Unschärfebereich bei punktförmigen Lichtquellen - diese werden als Pentagon abgebildet. Dafür kostet das Glas (naja, eigentlich ist es komplett Plastik - wirklich billige Bauweise) nur um die 90 Euro.

Besser ist das schon das Canon 50mm EF 1.4 USM. Es stellt schneller scharf, ist wesentlich besser verarbeitet und der Unschärfebereich sieht echt top aus. Noch dazu lässt es mehr Licht rein, als das andere. Hier liegen wir aber bei Kosten um die 350 Euro.

So - genug geschrieben. Ich hoffe, ich habe dir helfen können. Falls noch Fragen offen sind, schieß los...

Viele Grüße
Sebastian

das ist doch genau mein Problem....

Ich soll in ein paar Wochen Fotos von einer Hundesportveranstaltung machen, bei der Hunde über eine Hürde mit einer Breite von 2 Meter und einer Höhe von 50 cm springen. Dabei soll schräg von vorne aufgenommen der Hund scharf sein, der Rest unscharf d.h. eine Tiefenschärfe von ca. 1-2 Meter. Als Objektive habe ich an einer Canon 550D zur Verfügung: Canon 1,4 50mm, Canon 18-135 mm, Canon 70-300 mm. Mindestabstand zur Hürde ist 6 Meter, damit sich der Hund nicht beeinträchtigt fühlt. Frage: Was nehme ich am besten?

50mm oder 70-300

Hi,

ich würde das 50mm 1.4 einpacken und das 70-300. Daa 18-135 und das 70-300 haben bei voller Zoom-Stellung die gleiche Offenblende von 5.6. Bei dem 70-300 hilft dir die Extra-Brennweite dabei den Hintergrund noch besser frei zu stellen.

Mein erster Versuch wäre also:
AV, AI-Servo, Serienbild, ISO 800, F5.6 bei 150-300mm und so dicht ran wie möglich. ISO 800 weil du sicher kurze Zeiten brauchen wirst, damit die Hunde scharf werden.

Mein zweiter Versuch:
sollte der Hintergrund noch zu unruhig sein, würde ich das 50mm drauf schrauben bei gleichen Kameraeinstellungen aber F1.8-2.5. Das hat nebenbei noch den Vorteil dass die Zeiten nochmal kürzer werden. Wenn die Hunde nicht bildfüllen drauf sind (hängt ja auch von der Größe der Tiere ab) dann kann man bei 18 MPixeln ja noch locker zuschneiden.

Sobald alle Bilder sicher im Kasten sind würde ich umstellen auf ISO 100 oder 200. Die Zeit auf 1/5 Sekunde oder so und dann die Kamera mitziehen, während der Hund im Sprung ist. Dazu steht man natürlich am besten seitlich. Oder wenn man nur frontal stehen kann, dann vielleicht mal raus-zoomen beim Sprung. Mit etwas Übung entstehen da super Aufnahmen.

Einen Blitz wirst du wahrscheinlich nicht verwenden dürfen... Falls doch, auf jeden Fall einen Systemblitz einpacken und auf den zweiten Vorhang blitzen... Blitzsynchronzeit (1/200s oder länger) beachten und volle Akkus verwenden...

Viele Grüße
Sebastian

PS: Vielleicht kannst du nach dem Event ja mal ein paar Aufnahmen verlinken.

Hi Sebastian, danke für deine

Hi Sebastian, danke für deine Antworten, dank dir weiß ich das es sich gelohnt hat das FotoTV zu abonieren.
Jetzt hätte ich noch paar Fragen und ich hoffe ich nerve nicht mit diesen Fragen, ich bin nähmlich totaler Anfänger(wäre gut wenn man hier paar Videos für Anfänger mschen würde, für Grundlagen der Camerafunktion)
So nun zu Fragen:

1. Was mache die ISO- und Blende- Einstellungen? Wann soll ich Blende/ISO höher stellen und wann niedrieger. Was für eine Bezihung haben sie mit einander?

2.Was bedeutet Brennweite und was für eine Rolle spielt es?

3.Was haben die große Objektive noch für Voteile abgesehen davon das man damit weit zoomen kann?

Kein Ding

Hi,

Keine Sorge, nen Forum ist ja für den offenen Austausch da...
Dann schauen wir mal.

Schauen wir uns mal die ISO an: Die ISO gibt an, wie empfindlich der Film (analoge Fotografie) oder Sensor auf Licht reagiert. Ist die ISO hoch, reicht schon wenig Licht aus, um weiß zu erzeugen. Bei geringer ISO braucht man entsprechend mehr Licht - dafür ist aber die Bildquali aus verschiedenen Gründen besser.

Die Blende gibt an, wieviel Licht ins Objektiv rein kommt. Ist es draußen hell, macht die Cam die Blende zu, damit das Bild nicht überbelichtet wird. Bei dunkler Umgebung "muss" die Blende auf. Bei Offenblende nimmt aber leider auch meist die Bildquali ab.

Zudem gibt's den Faktor Belichtungszeit - je länger ich ein Bild belichte, desto heller wird es. Die Bildquali nimmt aber auch wieder ab.

Deine Cam kannst du auf P (Programmautomatik), AV (Blendenvorwahl), TV (Zeitvorwahl) oder M (alles Manuel) einstellen.

Stellst du die Cam auf AV ein, kannst du die Blende vorgeben, also Steuern, wieviel Licht auf den Sensor gelangt und die Cam steuert automatisch wie lange das Licht auf den Sensor darf. Zudem kannst du über die Blende die Schärfentiefe steuern und so den Hintergrund unscharf bekommen, wenn das gewünscht ist.

ISO, Zeit und Blende sind direkt miteinander verbunden. Verdoppelt man einen Wert, muss man einen anderen halbieren um die gleiche Helligkeit zu bekommen. Vorsicht bei der Blende: 4 ist nicht das doppelte von 2.

Meine Empfehlung für den Anfang: Cam auf P und die ISO so gering wie möglich einstellen. Wenn die Bilder verwackeln, dann mit der ISO rauf. Aber nicht vergessen, sie wieder zurück zu stellen, wenn mehr Licht vorhanden ist.

Der nächste Schritt wäre dann auf AV zu stellen und zu der ISO noch die Blende selbst einzustellen. Je nachdem wie scharf/unscharf der Hintergrund werden soll. Für beste Schärfeergebnisse sind Blenden von 8-11 bei fast allen Objektiven perfekt...

Die Brennweite wird durch die Millimeterangabe auf dem Objektiv beschrieben. 18mm bezeichnet man als Weitwinkel, 50mm als Normal (in etwa das, was das menschliche Auge sieht) 70 und drüber wäre dann schon Tele.

Mehr Brennweite bedeutet du kannst weit entfernte Objekte vielleicht sogar bildfüllend abbilden. Bei Tieraufnahmen kann das praktisch sein um die Fluchtdistanz einzuhalten. Zudem treten weitere optische Effekte ein, die den Bildstil beeinflussen. Zum Beispiel eignen sich Telebrennweiten sehr gut zum freistellen von Objekten.

Du hast recht, das ist nen riesen Thema - es gäbe da noch viel viel mehr zu erzählen. Du kannst ja noch ein bisschen bei FotoTV herumstöbern - vielleicht finden sich ja doch noch ein paar Einsteiger-Beiträge. Falls nicht, könnte man Marc und Co. solche Videos sicher mal vorschlagen.

Ich biete übrigens einen eintägigen Fotoworkshop für Kleinstgruppen an (1-4 Personen). Der Workshop dauert ca. 6 Stunden, es kann gezielt auf Fragen eingegangen werden. Thema des Workshop sind genau diese Einsteigerthemen. Falls das für dich interessant ist (nähe Heidelberg) kann ich dir gerne mal Details zum Workshop zukommen lassen.

Viele Grüße
Sebastian

Es geht hier um den

Es geht hier um den Abbildungsmasstab. Mit dem 35mm musst du weiter ran um die selbe Grösse zu erreichen. Bei gleichem Abbildungsmassstab und gleicher Blende hat die Brennweite des Objektives keinen Einfluss auf die Schärfentiefe. (nochmals nachgelesen in Andreas Feiningers Grosse Fotolehre).
Deine These stimmt also dann, wenn du den Abstand zum Objekt nicht veränderst.
Zum Rest kann ich nichts sagen. Hab noch nie von Objektiven gehört, die man nicht scharfstellen muss

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rotwild