Daido Moriyama
Hunter of Light
Zusammenfassung:
Daido Moriyama, geboren 1938 in Osaka, gehört zu den wichtigsten japanischen Fotografen der Nachkriegszeit. Eigentlich Grafikdesigner, ging er 1961 nach Tokio um bei dem Fotografen Eikoh Hosoe als Assistent zu arbeiten. 1964 schloss er seine Ausbildung ab und wurde freier Fotograf. Seitdem durchstreift er rastlos Japan und immer wieder die Megastadt Tokio auf der Suche nach zufälligen Begegnungen, alltäglichen Szenen, die er mit der Kamera festhält.
Inspiriert wurde er unter anderem von William Klein und dem japanischen Fotografen Shomei Tomatsu. Aber auch Jack Kerouacs Buch "On the Road" und nicht zuletzt der Künstler Andy Warhol gehören zu seinen Einflüssen. Seine Fotografien sind für ihn Kopien der Welt, denen er in der Dunkelkammer eine neue Realität verleiht. So ist für ihn die Schwarz-Weiß-Laborarbeit gleich wichtig wie die eigentliche Aufnahme.
Mit seinen sehr persönlichen, rauen und ausdrucksstarken Bildern hat er neue Wege in der Fotografie gefunden und Generationen von Fotografen beeinflusst. Da ihm der Moment wichtiger ist als ein technisch perfektes Bild fotografiert er auch oft, ohne durch den Sucher zu sehen. Mit Unschärfe, Verwackelung, starken Kontrasten und "zufälligen" Aufnahmen hat er schon in den frühen 60ern neue Ausdrucksmöglichkeiten für die Fotografie gefunden. Während in seinen frühen Bildern viel von einem amerikanisch besetzten Japan im Identitätskonflikt, den dunklen Seiten des Wirtschaftsbooms, Hinterhöfen und schäbigen Stadtvierteln zu sehen ist, hat der unermüdlich arbeitende Fotograf nie aufgehört, sich weiterzuentwickeln. Bis heute hat er unzählige Publikationen veröffentlicht, von seinem ersten Buch "Japan: A Photo Theater" (1968) über das legendäre Fotomagazin "Provoke" (1969) bis zu seinem neuesten Fotobuch "Hawaii" (2007).
Neben seiner fotografischen Arbeit reflektiert er wie wenige andere über sein fotografisches Schaffen und das Wesen der Fotografie. So sind seine Essays in "Memories of a Dog" persönliche Bekenntnisse zur Fotografie, die äußerst lesenswert sind.
Vor der Eröffnung seiner großen Retrospektive in der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur Köln im September 2007 hatten wir die einmalige Gelegenheit, ein ausführliches Interview mit Daido Moriyama zu machen. Er hat sich für uns viel Zeit genommen und gibt einen Einblick in sein Leben als Fotograf, sein Werk und seine Gedanken über die Fotografie.
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Kommentare
Leider etwas spät
Ich habe gerade gesehen das die Ausstellung in Köln nur bis zum 09. Dezember ging.
Ich fand den Beitrag
Ich fand den Beitrag trotzdem Klasse! Ein sympathischer Individualist - sehr bescheiden!
Japanische Kunst
Ich fand den Beitrag fantastisch!
Japan hat ein völlig anderes Kunstverständniss, und zu sehen wie andere Kulturen fotografieren bereichert unsere Sehensweise. Leider gefallen mir die meisten Bilder nicht so sehr, aber die Embryo und Hawaii Bilder sind erste Klasse!!! Ausserdem kann ich die 50/50 Regel zwischen Aufnahme und Dunkelkammer nur teilen.
echte bereicherung...
danke, dieser film ist wieder eine echte bereicherung für mich...
Pflichtfilm
Dieser Beitrag sollte zum Pflichtfilm für junge Fotografen werden.
Daido Moriyama zeigt wie wenig Show in der Fotografie möglich ist und welche Bandbreite man abdecken kann. Das ist schon sehr erstaunlich !
Und noch etwas fällt mir bei Ihm besonders auf : Trends, ausser seinen Eigenen, findet man in seinen Fotos nicht wieder. Er belebt seine Fotos durch sichtbarmachen seiner eigenen Gedanken.
So einfach kann ehrliche Fotografie sein, aber auch so kompliziert, vielschichtig und im einzelnen vielleicht auch so schwer nachvollziehbar.
Daido Moriyama
Ein wirklicher Künstler mit Photo.
fotografieren was interessiert
der Film zeigt wieder mal dass man das fotografieren und bearbeiten sollte was einen interessiert und einem wichtig ist - trotz aller "Gestaltungsregeln".
Das war Japan pur!
Welch eine Bescheidenheit und Ruhe. Kein modischer Schnickschnak, kein technischer Firlefanz, keine Farbe, einfach nur Ausdruck. Die technikgläubigen Bolidenbesitzer sehen, dass für Kunst eine Allerweltsricoh ausreichend ist. Das Auge macht das Foto....
Toller Beitrag, ungemein inspirierend!
wow
schwer beeindruckt von diesem Mann
interessante Eindrücke
ich fand den Beitrag von zwei Seiten interessant: einmal die Fotografie von Daido zu sehen (kannte ihn noch nicht), gleichzeitig länger einen Japaner zu hören...da kam auch viel rüber....
Ein Applaus auch an Euch, dass ihr so vielseitige Beiträge ins Netz stellt, dass ihr Videos mit den meisten der Abonennten wohl völlig fremden Sprachen zeigt, die ihr untertitelt.... das finde ich wirklich noch viel interessanter, als wenn es sprachlich übersetzt wäre... so kommt noch mehr die Persönlichkeit des jeweils interviewten Fotografen raus.
Ganz lieben Dank!
Lg
Claudia
www.faces-of-israel.blogspot.com
macht freude so was
macht freude so was anzusehen.!
Danke Foto-Tv für diesen
Danke Foto-Tv für diesen wunderbaren Beitrag.