Belichtungsmesser
Hallo,
in diversen Filmen habe ich die Benutzung von Hand-Belichtungsmessern gesehen.
Diese werden, soweit ich es beobachten konnte in drei verschiedenen Manieren angewendet:
1. zum Licht bzw. zum Blitz gerichtet
2. zum Aufnahmeobjekt gerichtet und
3. zur Kamera gerichtet.
Kann jemand mal erklären wann welche Methode verwendet werden sollte, wie diese dann zu Gewichten ist und was es mit den Verhältnis auf sich hat wenn die Lichtsituation durch unterschiedliche Blitze aufgebaut wird (Vorderlicht, Seitenlicht, Hintergrundlicht)?
Welche Belichtungsmesser gibt es und welche sind für welche Situation zu empfehlen.
Und zu guter letzt, macht das Team mal einen TV-Beitrag zu diesem Thema?
Gruß,
Bernd
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Hallo Bernd, also es gibt
Hallo Bernd,
also es gibt verschiedene Messungsmethoden. Ich will es mal ganz ganz ganz einfach halten und simplifiziert ausdrücken.
Hauptziel ist es immer zu messen, wieviel Licht ich benötige um das Objekt richtig zu belichten. Das ist ja klar.
Die 1. Methode ist die Messung über dieses weiße Knubbelchen am Belichtungsmesser. Das lässt genau 18% des einfallenden Lichts durch und simuliert somit die korrekte Belichtung für ein neutrales Grau... Bei dieser Methode richtest du den Belichtungsmesser zum Blitz aus, um das Licht einzufangen. Um kleine Positionierungsungenauigkeiten auszugleichen, ist das Knubbelchen (Kalotte) auch kugelförmig. Blöde wird es erst wenn die Lichtaufbauten garnicht aus der Richtung der Kamera kommen. Stell dir vor, du hast 2 Blitze, die genau von der Seite ein Objekt anstrahlen (also im 90° Winkel zu Kamera jeweils). Wenn du den Belichtungsmesser nun zur Kamera halten würdest, dann würde das Licht von beiden Lichtquellen ja genau von der Seite kommen und die Messung würde garnicht das wirkliche Licht einfangen, sondern nur einen Bruchteil. Deswegen kann/muss man in solchen Situationen auch den Belichtungsmesser ins Licht uns nicht in die Kamera halten.
Sobald die Kameraposition und die Lichtposition sich gegenseitig annähern, kannst du auch in die Kamera messen. Das funzt dann wieder... Du merkst, das ZIEL dieser Messung über das runde Knubbelchen hängt immer auch von Blitzaufbau ab. Du misst ja eigentlich auch Kamera-unabhängig. Du willst eben bloß wissen, wieviel Licht an der Stelle der Kalotte einfällt. Wenn deine Kamera gerade zufällig aus dieser Richtung kommt, dann passt es, wenn nicht, dann hällst du den Belichtungsmesser eben nicht in die Kamera.
Du musst also den Belichtungsmesser so ausrichten, dass er das Licht überhaupt einfangen kann. Meistens direkt im Gesicht und zur Kamera hin, weil das Hauptlicht ja meistens auch relativ von vorne kommt.
Trotzdem nicht den Fehler machen und mit der Hand die Lichtquelle verdecken oder dergleichen.
Die andere Methode ist eine direkte Messung des vom Objekt reflektierten Lichts (z.B. über einen Spotmesser zum Durchgucken und Zielen). Dabei wird einfach nur der Belichtungsmesser ohne Kalotte zum Objekt hin gehalten und dieser misst dann wirklich das Licht, was vom Objekt zurück kommt. Dabei ist eben zu beachten, dass nicht jedes Objekt Licht gleich reflektiert. Damit kommst du wieder in die Problematik, die du bei der kamerainternen Messung hast. Die Kamera versucht schwarz als grau zu belichten und weiß ebenfalls als grau... und da schließt sich der Kreis wieder. GRAU ist das Schlagwort. Entweder du nimmst für eine Messung eine GRAUKARTE (18% Grau) oder du simulierst mit dem Belichtungsmesser dieses Grau. Unabhängig vom Objekt wird dabei das Licht gemessen und daher hälst du dabei den Belichtungsmesser auch einfach ins direkte Licht...
Verwirrend aber da gibt es noch viel mehr und das war schon einfach ausgedrückt.
LG
Martin
Belichtungsmessung II
Hallo Martin,
das war ja schon ganz toll wie Du die Messung mit der Kalotte beschrieben hast.
Das gibt mir schon mal einen Eindruck wie das mit der Bilichtungsmessung funzt.
Wie Du Dir aber denken kannst macht dies um so mehr neugierig auf das Viele mehr.
Zum Beispiel wie ich mit verschiedenen Lichtsituationen umgehen muß um eine korrekte Belichtung z.B. bei Portraits zu erhalten wenn Seitenlicht und oder Hintergrundlicht verwendet werden.
Des weiteren interessiert es mich natürlich welche Belichtungsmesser hier zu verwenden sind. Du hast zum einen die Messung mit der Kalotte erwähnt und auch die Spotmessung. Ich habe mich ein wenig umgesehen und habe dabei die Modelle von Kenko bzw. von Sekonic gefunden. Und diese haben verschiedene Ausstattungsmerkmale. Welchen Beli würdest Du empfehlen sodaß man sowohl im Studio als auch outdoor gescheite Bilder machen kann? Kannst Du auch weiterführende Literatur empfehlen?
An Marc auch nochmals die Bitte hierzu mal einen Beitrag einzustellen.
Alles in allem erst mal meinen Dank.
Gruß,
Bernd
Hallo Bernd, also ich hab
Hallo Bernd,
also ich hab mit Marc gesprochen und ein Thema ist geplant... wie immer ist aber die Zeit der größte Feind und es bringt ja nix, einfach nur Müll in einen Film zu fassen. Da muss man planen was genau rein kommt, Situationen vorbereiten und ausarbeiten, nochmals nachüberlegen usw... Das Thema reicht für mehrere Bücher und man will ja in 20 Minuten Film so gut und so viel wie möglich erklären, ohne zu verwirren... :-)
Aber gut, jetzt mal konkret zu deinen Fragen. Wie heute generell in der Digitalfotografie gibt es keine schlechte Wahl. Es gibt nur teurere und luxuriösere Geräte... :-)
Ok, grundsätzlich musst du entscheiden was du wie fotografieren willst. Spotmesser sind für ganz normale Blitzsituationen nicht unbedingt nötig, eher für Lowkey z.B.. Stell dir vor du hast auf einem fast gänzlich schwarzen Bild eine Stelle auf dem Busen einer Frau die du beleuchten willst... dann kommst du mit der Kalotte nicht genau hin... da braucht du am Besten einen Spotmesser um genau auf die Stelle zielen zu können.
Ansonsten reicht die "normale" Belichtungsmessung über dieses Knubbelchen aus. Bei Weitem :-)!
Du kannst heutzutage jeden aktuellen BeLi kaufen. Mit denen kann man allesamt gut arbeiten. Egal ob jetzt GOSSEN (WALIMEX), SEKONIC oder KENKO oder KoMi... Hauptsache er gibt dir an, welche Blende, ISO und Zeit du brauchst. Du merkst was ich sagen will. Mach dir weniger Gedanken über das Gerät als es dann auch wirklich einzusetzen. Richtig gute Geräte fangen bei 500 € an, ich würde sagen 200 € kann man schon für einen guten Messer investieren, man macht das Bild aber auch nicht mit einem 100 € Messer zwingend kaputt. Ich selbst benutze Sekonic, wobei ich mir auch nur den kleinen Messer von Sekonic besorgt habe...
Spotmessung wird dann unweigerlich immer teurer... also vergiss das am Anfang einfach mal, es sei denn du willst nur Akt machen... dann ist das echt sinnvoll...
Ich kann dir aber auch versichern dass ich ganz oft die Messung nur als Absicherung benutze. Ich bin da auch schon so, dass mir das Bild auf dem Display gefallen muss. Jedenfalls bei "Standart"Sets :-) SCHANDE ÜBER MICH!!! Auf das Display darf man sich nie 100% verlassen. Jeder der sagt, BELIs sind anachronistisch ist selbst total abgehoben. BEISPIEL: Stell dir vor, du fotografierst im hellen Sonnenlicht, denkst deine Bilder sind unterbelichtet und fotografierst zudem noch eine Situation wo viel Schwarz im Bild sein soll. Dann kannst du auf das Histogramm kacken und das Display wird so überstrahlt von der Sonne, dass du nur noch schätzen kannst. In so einer Situation gehst du einfach mit dem Beli hin und schwups... kannst sehen ob du 1/2 Blenden im Bereich bist... dann passt alles!
LG
Martin
Ist dieses Thema noch up to
Ist dieses Thema noch up to date ?
Ich interessiere mich brennend für dieses Thema "Belichtungsmesser"
Leider findet man im Netz kaum Lernbeispiele.
Vielleicht kann mir da jemand helfen, damit ich die Schrittweise bzw. den richtigen Umgang mit einem Belichtungsmesser erlernen kann.
Jens
Ja bitte,
einen Film darüber! Danke!! :)
Gerne!
Obwohl Martin schon ein wenig Licht ins Dunkele gebracht hat bin ich noch stets an mehr Info zu.
Gruß,
Bernd
Film in Aussicht?
Hallo Martin,
vor ziemlicht genau einem Jahr hast Du uns einen Film (oder mehrere...) in Aussicht gestellt zu diesem Thema.
In der Zwischenzeit sah man Dich schon beim entfesselten Blitzen oder mit der neuen Canon 5DMarkII leider noch nicht mit dem Beli.
Also wie wärs wenn Du uns mal mit einem Film über den Beli beglücken würdest. Zeit dafür wäre es schon eigentlich oder?
Gruß,
Bernd
Bitte verfasst einen Film über die Anwendung eines Belis
Ich bin schon lange im Netz auf der Suche nach einem Beitrag, der dieses Thema aufgreift. Es wäre toll, wenn Ihr einen Film verfasst, der "Licht ins Dunkle" bringt. Es ist ein spannendes Thema, das viele User ansprechen würde. Nach einem Jahr "Ankündigungszeit", wäre die Freude um so größer. Liebe Grüße Stephan
Film
Hallo Martin, hallo Marc,
erstmal ein Kompliment, ich bin Anfänger und habe schon viel über diese Seite gelernt.
Aber speziell dieses Thema finde ich, hat auch einen Film verdient! Bei vielen Shootings sieht man die Fotografen mit Belis arbeiten. Ich denke das ist kein unwesentlicher Punkt. Also bitte nehmt euch die Zeit! ;-)
Danke im Voraus und liebe Grüße aus München
Richard
belichtungsmesser aber wie ?
HAllO
Als erstes mus ich sagen das ich eure seiten eine echter genuss ist.
Echt super !!!!1
Aber auch ich würde gerne mal einen beitrag zum thema anwendung eines Belichtungsmesser sehn , ich besitzt selber einen von Gossen .
Aber was ich überhaubt nicht verstehe was heist eigentlich bei Blitzmessung synchronzeit einstellen? Hat das etwas mit der verschluszeit zu tun.
Bitte um Hilfe und macht weiter so !!!!!!!!!
Belichtungsmesser
Hallo,
genau der Belichtungsmesser ist für den Fotografen besonders bei analoger Fotografie so etwas wie für den Maler der Pinsel. Ein ganz wichtiges Werkzeug das hauptsächlich das Endergebnis beeinflusst und mitgestaltet. Am besten lernt man den Umgang mit diesem Lichtmessgerät indem man es benutzt und ausprobiert.
Ein Film ist sicherlich interessant kann aber die Tuchfühlung und die intuitive Anwendung nicht vermitteln. Ein Gefühl für das Licht kann man nur durch viel Übung bekommen und weniger durch technische Fakten.
Habe allerdings keine Erfahrung mit digitalen Belichtungsmessern bei Studioblitzen, diese Aufnahmetechnik interessiert mich kaum.
Bei der Aufnahme in der Umwelt per Mittelformat leistet der Gossen LUNASIX 3 sehr gute Dienste und ermöglicht wunderbare Licht- und Grauwerte im Bild.
Welches Belichtungspaar von Zeit und Blende das optimale ist hängt von vielen Faktoren ab und würde hier zu weit führen.
Da ist wirklich ein Probieren geht über Studieren der beste Ratgeber. Man muss es Tun.
gruß fluuu