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Boris Becker

Photographien 1984-2009

3.86207

Zusammenfassung:

Im Zuge der 25-jährigen Tätigkeit des Fotografen Boris Becker, zeigt die SK Stiftung Kultur in Köln eine Retrospektive seiner Arbeiten in der Ausstellung "Photographien 1984-2009".

Wir haben Boris Becker in den Ausstellungsräumen getroffen und ihn über seine Werke berichten lassen. Dabei gibt er interessante Hintergrundinformationen und versucht immer wieder Verbindungen und Analogien zwischen seinen Arbeiten herzustellen, die zu verschiedenen Zeitpunkten erstellt wurden und unterschiedliche Themen behandeln.

Infos: Die Ausstellung in Köln läuft noch bis zum 28.02.2010. Parallel zeigt das Kulturforum Herz Jesu in Köln eine weitere Auswahl aus der umfangreichen Werkgruppe der Fakes. Ausstellungsdauer ebenfalls bis 28.02.2010. Sehenswert!

Kommentare

Banal und unerträglich

Ich finde es unglaublich, wie man 2010 über Bildern auf Immobilienmakler-Anzeigen-Niveau, stundenlang reden kann. Auch das Niveau der Beiträge von Foto-TV wird langsam grenzwertig... erst Picker, dann Becker. Achso, ja *sorry*, ich vergaß, Banalität ist ja ein Stilmittel in der Kunst.

Banal und unerträglich zum Zweiten

Offenbar ist Banalität nicht nur «ein Stilmittel in der Kunst»! Auch scheinen mir hier Kommentare oft sehr banal, aber vielleicht wollen ja auch solche Einwürfe kunstvoll sein. Für mich sind diese Art von Kommentaren unerträglich. Ich finde den Beitrag gut, das muss nicht jeder gleich sehen, aber auf niveaulose Kommentare kann ich gut verzichten!

Differenzieren

Ich erwarte mir von solchen Reportagen, dass ich mir ein Bild von Fotograf und Werk machen kann. Das ist Foto TV auch hier gelungen (und Boris Becker ist ja beileibe kein unbekannter Name in der Fotoszene). Ob mir dann das jeweilige Werk des Künstlers zusagt steht nocheinmal auf einem ganz anderen Blatt. In diesem Fall fehlt mir tatsächlich der Zugang zu den aus meiner subjektiven Sicht etwas kopflastigen Fotografien von Becker. Trotzdem habe ich jetzt eine Vorstellung von Becker - und allein das hat den Beitrag für mich schon sehenswert gemacht!

unerträglich

Es ist unerträglich sich den Beitrag, auch nur bis zur Hälfte anzusehen und dann diese Kommentare zu lesen.

ABSOLUTE WELTKLASSE!!!!

(die große Kommentarüberschrift vor allem einmal zur Ablenkung von diesem unglücklich ignorant formulierten Kommentar gleich zu Anfang, der sich nicht die Mühe macht seine Abneigung gegen den Film fundiert zu begründen; und ihn - dem Geschriebenen nach zu urteilen - wohl auch nicht vollständig angesehen hat)

Ein sehr interessanter Film vor allem in der Hinsicht, dass ein Einblick gegeben wird in eine konzeptionelle Herangehensweise in der Fotografie: Wie man sich einem Thema inhaltlich annähern kann und es dabei weiterentwickelt; und wie sich Komposition und fotografische Stilmittel aus einer inhaltlichen Haltung heraus ergeben und dieser dienen.
Am Ende sind diese Bilder dann in sich schlüssig und stehen - auch losgelöst von der theoretischen Grundlage - für sich als sinnlich ästhetische wahrnehmbare Abbildungen.

kunst darf das

manchmal fragt man sich , oder ich mich , was unterscheidet den künstler vom "normalen Menschen". nach diesem beitrag bekomme ich eine ahnung davon. schön das mir herr becker ein bischen dabei geholfen hat.

schönen gruß von christoph neuhaus an alle betonbauer, vorgartenpfleger, fliesenfanatiker, landwirte und flurbereiniger, strickende großmütter, optische täuscher und zollbeamnte, und natürlich ganz besonders an alle hobbyfotografen die sich noch immer keine großformatkamera leisten können und wollen und mit ihren popligen knipsen ganz normale und banale bilder machen.

schade

Aus Sicht von FotoTV, wo wir den Anspruch haben, den Zuschauern auch einen Zugang zu künstlerischer Fotografie zu vermitteln finde ich Diskussionen und Kommentare auf dem Niveau 'Das ist keine Kunst, das hätte ich auch gekonnt' etwas ernüchternd.

Umso mehr freue ich mich über die dann doch wieder sehr reflektierten Kommentare, die deutlich machen, dass es auch (eine Mehrzahl) von differenziert denkenden Zuschauern gibt. Denen meinen besten Dank!

MArc

@AltundF4

Boris Becker ist bekanntermaßen eine Koryphäe seines Werks - wenn einem dafür der Blick, das Verständnis der Entstehungsgeschichte und die Information verschlossen ist, finde ich es enttäuschend sich in dieser Art über den Film und den Künstler zu äußern. Schade.

AltundF4 und Co.

Vielleicht sollten sich einige hier mal Gedanken darüber machen, daß der personliche Geschmack für eine objektive Beurteilung keine Rolle spielen sollte.
Es ist ja nicht alles gleich schlecht oder niveaulos, nur weil es mir persönlich nicht gefällt.
Den Beitrag fand ich interessant und aufschlußreich.

Noch ein Wort an die "Macher" von FotoTV:
Ich wünsche mir mehr Beiträge über echte Fotografie und weniger
über Fotobearbeitung mit PS.
Beim Beitrag "Grauverlauffilter anwenden" habe ich mich schon gefreut, etwas mehr über deren Verwendung zu erfahren. War dann jedoch enttäuscht, daß es sich wieder um Bildbearbeitung handelte.

Das soll Kunst sein ... ?

... ich hätte nicht erwartet, dass der Beitrag (von einigen) auf diese Weise verrissen wird. Fotograf und "Lebenswerk" haben alle Aufmerksamkeit verdient und ich denke, der FotoTV-Betrag wird dem auch gerecht.
Lieber Marc, ich hoffe ihr verliert nicht den Mut/die Lust zu solchen Beiträgen.
LG, bernd.

Wunderbarer Beitrag!

Es ist gerade die thematische Vielfalt, die ich so an FotoTV liebe! Bei dieser Spannweite - Filme für Anfänger und Erfahrene - Filme zu Technik und Kunst - gibt es immer Themen, die mich mehr oder weniger interessieren. Die passen dann sicher ins Profil eines anderen. Aber ich bin wesentlich häufiger positiv überrascht worden, als ettäuscht worden.
Bitte weiter so und keinen Einheitsbrei!
Viele Grüße
Manfred

Genialer Fotograf, super Beitrag!

Boris Becker zeigt mit handwerklicher Perfektion überraschende Einblicke in die Alltagswelt. Formen werden durch seine Sichtweise überhaupt erst wahrgenommen. Eine sehr anregende und inspirierende Art die Welt zu sehen. Eine Fotografie abseits der „Kalender-Blatt-Sonnuntergangs-Fotografie“ oder der „Playboy-Glamour-Fotografie“.

Bei diesem Beitrag überzeugen nicht nur die Fotos, sondern auch die Präsentation des Fotografen.

Solange FotoTV solche Beiträge bringt, bleibe ich Abonnent!

Jetzt muss ich doch lachen!

Es ist immer wieder interessant, wie viele Weltklasse Fotografen ihre Meinung auf höchst professionelle und konstruktive Art zum besten geben. Wieso überlässt man nicht jedem einzelnen, ob er einen Beitrag gut findet, er ihm oder ihr hilft, oder ob man zum nächsten Beitrag schwenkt. Wenn man selbst einmal soweit ist, dass über einen ein solcher Beitrag gemacht wird, frühestens dann sollte man solche überflüssigen Kommentare geben dürfen!! In diesem Sinne, ich lerne noch ;-)

Bitte mehr davon!

Einer der interessantesten deutschen Fotokünstler, danke für den Beitrag! Spannend die Entwicklung des Künstlers, die immer bei der philosophischen Grundthematik der unterschiedlichen Bedeutungsebenen bleibt.

Bitte mehr davon!

kunst muss sich kritik gefallen lassen

ich habe es oben auf humorvolle weise versucht, jetzt ist mir der humor jedoch etwas vergangen. kunst oder die, die meinen sich bestens damit auszukennen, sind gut beraten kritik mit dem differenzierten blick zu zulassen, den sie von den vermeintlich undifferenzierten erwarten. ich nehme die "kunst" von herrn becker als eine ausdrucksform war, die keine wirklich innovativen aspekte in die kunst der fotografie einbringt. sicherlich hat er eine klare formale bildsprache und jedes seiner werke wird durch die einbindung in seine theamtik plausibel. es wird jedoch nur durch die "erklärung" zu einem "sinnhaften" kunstwerk und das foto an sich bleibt im vergleich zu vielen werken ohne den großen namen dahinter aus meiner sicht banal. natürlich braucht konzeptionelle kunst erklärung und in der bildlichen umsetzung darf es dann am ende auch ein enfacher strickpulover sein, wenn er die konzeptionlle idee untersttützt. das macht den fotografierten strickpulover jedoch erst dann zu einem kunstwerk, wenn die konzeptionelle idee auch wirklich einen neuen innovativen blick auf das was uns umgibt wirft und sich aus der masse an künstlerischen themen abhebt. diesem anspruch erfüllt herr becker aus meiner sicht nicht und ich habe bei dem was er erzählt und uns an bildern zeigt den eindruck das, das alles schon mehrfach dagewesen ist. man muss meine oder ähnliche kritik nicht teilen aber wenn hier so nachhaltig von stilfragen gesprochen wird ist es sicher kein stil solche meinungen abzuwerten und die kritik an den eigenen kunstkoryphäen als undifferenziertes gerede von vermeintlich kunstuninterressierten abzustempel.

ich bedanke mich für die aufmerksamkeit und hoffe das sich fototv und das forum weiterhin kritisch und aufmerksam mit allen meinungen auseinandersetzt

Auch von mir: bitte mehr davon

Ich muss zugeben, dass ich anfangs skeptisch war, wie ich diesen Beitrag einschätzen soll. Nach einigen Beispielen und der immer anderen Sichtweisen auf die Dinge hat sich für mich ein sehr faszinierendes Bild von der Weiterenentwicklung eines Fotografen über 25 Jahre ergeben. Die Bilder wurden für mich immer besser. Für mich einer der besten Beiträge der letzten Zeit.

Bildbearbeitung und Making of sind auch sehr interessant. Aber gerade diese Mischung aus allen ist für mich FotoTV. Bitte weiter so.

Gruß

Kai

Freu Dich, AltundF4 ...

... dass es für Dich in der Fotografie noch so viel zu entdecken gibt. Alleine jemanden, der über Jahrzehnte ein Thema verfolgt, das sorgfältigst mit Großformat ausarbeitet, viel Energie investiert, sich ständig Gedanken darüber macht und den Mut hat, damit in die Öffentlichkeit zu gehen.

Ich würde mir kein Bild von ihm ins Treppenhaus hängen, aber ich habe großen Respekt vor der Leistung und der Beharrlichkeit des Boris Becker und auch des Fred Picker, den Du auch erwähnt hast. Die haben eine andere Art der Fotografie drauf, die Du offenbar nicht kennst, andere aber damit faszinieren. Hast Du selber mal ein Thema länger, vielleicht über Jahre verfolgt? Schau mal genauer hin, wenn Du willst.

Karlheinz

Denkbilder

Filme, wie dieser interessieren und die Kommentare belegen das. Gerade wenn Foto TV den Zugang zur künstlerischen Fotografie vermitteln möchte, braucht es deutlich mehr Beiträge dieser Art, sonst ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein der Apotheken-Umschau-Ästhetik wie sie von den Fototechnikbeiträgen hier zelebriert wird.

Also: weniger PS Elements und Amateur Fashion Shootings und mehr Fotografie - das würde ich mir wünschen.

Steffo

PS. Wann wird Karthago zerstört und wann kommt eigentlich der Beitrag über Pierre Gonnord ;-) ?

ja und nein

Hi Stepheaux,

jeden Tag bekommen wir Kommentare, dass die Art Filme bitte weniger und die bitte mehr kommen sollten. Nur will jeder was anderes....

"Apotheken-Umschau Ästhetik" kommentier ich nicht. Denkanstoss: Man macht nicht eine Kategorie von Filmen besser, in dem man andere schlecht macht. Das ist doch das spannende am Medium Fotografie, dass es so vielfältig ist. Toleranz siegt ;-)

Der Gonnord Film verfolgt mich nachts in meinen Träumen. Er ist an die französischen Cutter gegangen nachdem wir ewig den Bildern nachgelaufen sind. Ich bin guter Dinge, dass er dieses Jahr fertig wird ;-)

LG MArc

Apotheken-Umschau ;-)

--- zwinker an ---

Marc, wir reden über Kunst - da kann es nicht unbegrenzte Toleranz geben, ansonsten würde der Musikantenstadel auf arte laufen.

--- zwinker aus ---

Besten Gruß

Steffo

Synchronschwimmen und Bundesliga...

haben auch verschiedene Fan´s ;-) Das ist letztendlich eine Frage des Geschmackes und auch der persönlichen Veranlagung. Aber die Diskussion finde ich dennoch gut.
Da ich weniger der Kunstfraktion angehöre, haben mich die zuletzt gezeigten Bilder auch etwas verwundert. Es spielt eben doch eine Rolle ob Herr Becker oder "Herr soundso" ein Löschblatt fotografiert. Zusammen mit der Erklärung des Löschblattes oder den Uran-Nadeln ist die Geschichte hinter den Bildern ja durchaus interessant. Aber eben nur durch die Erklärung. Ich könnte mir vorstellen, dass ich in der Ausstellung recht ratlos vor dem Bild stehen würde...

Für mich persönlich würden einige Bilder nicht funktionieren, wenn der Name Becker nicht dahinter stünde... und da verstehe ich auch die Kritik...

Viele Grüße!

Sam

Bitte mehr davon

Um die Ernüchterung nicht in Resignation umschlagen zu lassen: Bitte mehr von dieser Art Beitrag! Ich habe nichts gegen "kommerzielle" Themen. Nur werden die von vielen angeboten. Die Rubrik "Fotokunst" jedoch macht FotoTV für mich einmalig und ist der Grund, warum ich auch Geld dafür bezahle.

Andreas

P.S.: Natürlich siehe ich mir auch gerne mal ein Tutorial an ;-)

Ganz interessant aber trotzdem banal

Die meisten von Beckers Bildern sind ja aufgrund ihrer Hintergrundgeschichte interessant.
Das Bedürfnis des Menschen, unangenehme, hässliche, geheime oder verbotene Dinge zu kaschieren oder zu verstecken ist zum Beispiel ein interessantes Thema.
Die Frage ist, ob Beckers Bilder zu entlarven vermögen. Ob sie bewegen, ob sie zum Innehalten und zum Nachdenken anregen?

Meiner Meinung nach tun sie das nicht. Sie sind tatsächlich banal. Das gewisse Etwas fehlt, die Pointe, der Haken, der Witz, die Dynamik, der Geist. Sie erzählen die ihnen innewohnende Geschichte nicht. Sie sind langweilig.

Dass Becker die Geschichte, die eigentlich durch seine Bilder erzählt werden müsste, selbst erzählt, macht seine Bilder nicht besser. Dass er sein Werk mit seinen akademischen Worthülsen umwirkt, hilft ihm auch nur insoweit weiter, dass es immer Leute geben wird, die sich davon beeindrucken lassen.

Kunst kann zwar Kunst sein, nur weil einer behauptet, dass es Kunst ist. Aber langweilige Kunst, die niemanden wirklich bewegt, bleibt auch langweilige Kunst, die niemanden wirklich bewegt; egal, wieviele Fremdwörter und Abstraktionen einer zu ihrer Beschreibung und Legitimierung aufzuwenden vermag.

Die Bilder von Becker sind geistlos, emotionslos, entseelt und - wenn überhaupt - reine Effekthascherei. Große Kunst sind sie nicht. Das ist mein Empfinden und daher meine Meinung.

Beckers Bilder sind aber für mich dennoch interessant: Als verdoppelte ironische Brechung: Ein Mensch macht belanglose Fotos von kaschierten Gegenständen, vergrößert sie, hängt sie an die Wand (am besten mit Unterstützung und in einer Kunst-Galerie) und kaschiert sie damit wiederum als Kunst. Wunderbar!
Schade, dass er sich selbst zu ernst nimmt, dass er sich selbst nicht ironisch zu brechen vermag. Wenn er das könnte, wäre sein Schaffen in der Tat Große Kunst.

LG

Bewegend

Hallo Günther,

ein paar sehr intelligente Bemerkungen die Du da machst. Nur bei einer Sache möchte ich Dir widersprechen: 'langweilige Kunst, die niemanden bewegt'. Ich für meinen bescheidenen Fall stehe vor Beckers Bildern und bin bewegt. Zum einen emotional, weil sie (für mich) etwas ausstrahlen. Sie erzeugen in mir ein Gefühl und das finde ich schon mehr als vieles andere an Fotografie was sich da draussen so tummelt. Zum anderen sind sie intellektuell stimulierend -für mich-! Ich stehe davor, analysiere, beobachte, suche, 'reibe' mich an den Motiven. Sie wollen entschlüsselt und verstanden werden. Auch das wieder mehr als 'flache' Bilder mit einem schönen Motiv oder einer vordergründigen Message.

Dass Du so einen langen, reflektierten und überdachten Kommentar schreibst ist ja letztlich auch Zeichen, dass Du von den Bildern und Becker dazu angeregt wurdest und das ist ja auch schon was - nichts ist schlimmer als 'Kunst' über die sich nichts sagen oder diskutieren lässt.

LG MArc

Angeregt

:)

Hallo Marc,

ja, vielleicht hast Du Recht, vielleicht sind die Bilder von Herrn Becker gar nicht so schlecht wie ich sie mache.

Aber es sind nicht die Bilder, die mich zum Nachdenken angeregt haben, sondern das Ärgernis, dass hier ein Künstler auf diese Weise sein Werk erklärt und interpretiert (akademische Blasen!).
- Warum lässt er mir als Betrachter keine Freiheit? Warum engt er mich ein? Warum erzählt er nicht die Geschichte und basta?
Die Geschichte sollte er übrigens auch neben die Bilder heften, denn nur die macht die Bilder interessant, wie gesagt.

Natürlich ist das nur meine Meinung, natürlich glaube ich Dir, dass die Bilder etwas in Dir bewegen. Und vielleicht würden sie das auch in mir tun, wenn ich sie im Original, einige übermannsgroß, vor mir hätte. (Das Pulloverbild flößt ja geradezu Angst ein.)

Ich bin aber auf gar keinen Fall dafür, dass FotoTV solche Beiträge unterlässt.
Insoweit stimme ich Dir zu. Denn zum einen dokumentieren sie die Realität und zum anderen regen sie zum Nachdenken über Sinn und Unsinn von Kunstwerken an.
Herr Becker zwingt ja zum Glück auch keinen, seine Bilder anzusehen.

LG
Günther

Unsere Schuld

HI,

also dass er sein Werk erklärt liegt einfach an uns, weil wir ihn darum gebeten haben. Wir machen das deshalb, weil es sich dann erst so richtig erschliesst und weil ich es spannender finde, dass vom Autor selbst zu hören statt von einem Galleristen oder sonst einem Spezialisten, die viel eher zu 'akademischen Blasen' neigen als Fotografen: 'Die Arbeiten von xy bestechen durch ihre dipolare Hermeneutik in Relation zum Selbstverständnis des reflektierenden Ichs in seiner Unmittelbarkeit seiner selbst gegenüber.' Für mich sind Beckers Erklärungen grade nicht solche Worthülsen, sondern sie zeigen, dass das wohl durchdacht ist. Und grade das hebt eben Kunst von Handwerk ab - hier versucht jemand, mehr als die Äusserlichkeit zu thematisieren.

Also in dem Sinne sind wir es schuld, wenn hier Fotografen über ihre Werke sprechen und ich steh dazu :-)

LG MARc

kommentar zu "banal und unerträglich": vom 11.02.2011

seine arbeiten sind ja nicht nur in einem kunsthistorischen hintergrund eingebunden und insofern, wie man meint, bereits erklärt oder erschließbar gewordent,

sondern es zeigt sich durch die erläuterung durch den fotografen, welch tiefendimensionen uns umgeben, wenn wir nur hinschauen und die welt sich mit einemmal erweiter und "anders" lesbar wird, wirklicher wird als unsere gemeinhin bereits begriffene "wirklichkeiten!".

was ich damit sagen will, ist, daß die individuekle sicht des fotografen mir eine weitere sicht auf die fotografischen arbeiten ermöglicht, die ich als ein einzelner, aussenstehender ja gar nicht haben kann.

nun aber gelingt der dialog und ich arbeite mich ab, vielleicht nur einen augenblick lang, oder aber eine ganze weile.

und während dieses geschieht verändere ich mich und beziehe ich eine stellung zu dem, was des fotografen welt ist.

das genau ist das spannende, denn auch so erschließt sich mir "meine" welt, die ich auf alle möglichen weisen mir einverleibe.

so darf und kann auch solch eine interpretation, das nämlich bedeuten die worte des schaffenden ja ebenso, der als ein aus dem schaffensprozess lange schon "heraugetretener" betrachter, und nur auf eine andere, uns verschlossene weise zu sehen versteht.

hier aber suche ich nicht von wahrheit oder ähnlichem zu reden, sondern von einer je und je zu findenden wirklichkeit.

dieser prozess nun, er kann angenommen oder aber versagt werden.
kritik ist einem solchen prozzes, wenn wir es ernst nehmen, so oder so immer schon immanent.

tiefemnlose kommentare (11.02.2010) aber disqualifizieren den angelich "betrachtenden" umgehend selbt.

ach so: tolle arbeiten, inspirierende arbeiten, auf die eine oder auf eine andere weise.

danke für diesen beitrag

michael z.
hamburg